Diesen Satz würde ein jeder unterschreiben können. Doch nur die wenigsten wissen, dass der Begriff der Reibungsverluste aus dem Bereich der Werkstofftechnik stammt.

Reibungsverluste kosten viel Geld

Etwa fünf Prozent des Bruttosozialproduktes der Bundesrepublik – also etwa 35 Milliarden Euro – kosten hierzulande Reibung und Verschleiß. Kein Wunder also, dass sich ein ganzer Wissenschaftszweig, die Tribologie, mit diesem Problem beschäftigt. Fachleute schätzen, dass durch vorhandenes Wissen in diesem Bereich rund fünf Milliarden eingespart und durch weitere Forschung sogar noch gesteigert werden kann.

Vor allem in den Zeiten von steigender Ressourcenknappheit ist tribologisches Wissen vor allem im Energie- und Materialeinsatz, in der Produktion und in der Instandhaltung gefragt. Zudem können mit ihm Umweltschäden vermieden, der Arbeitsschutz verbessert und Energie effizienter eingesetzt werden.

Querschnittaufgabe

Tribologie ist eine Querschnittsaufgabe, die sich nicht auf einen Industriezweig fokussiert hat. Gefragt sind Spezialisten und Spezialistinnen in nahezu allen Bereichen der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Instandhaltung mechanischer Bewegungssysteme in sehr unterschiedlichen Industriezweigen und Wirtschaftsbereichen. Dazu gehören der Maschinenbau, die Grundstoffindustrie, die Fertigungstechnik, die Antriebs- und Fördertechnik, aber auch Feinwerktechnik, die Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik oder die Schienenfahrzeugtechnik.

Seit Mitte der sechziger Jahre existiert dieses Fachgebiet, entwickelt wurde es in Großbritannien. Inzwischen betrachtet man in der Tribologie nicht nur die Folgen von Reibung und Verschleiß, sondern der Bereich hat sich vor allem der Prävention zugewendet. Es geht dabei stets um Fragestellungen, wie beispielsweise die Abnutzung von Maschinen verlangsamt werden kann. Letztendlich ist das Ziel der Tribologen die Lebensdauer von Systemen- und Systemkomponenten zu verlängern.

Chancen und Lebensaufgabe

Gute Erfahrungen hat Professor Dr. Matthias Scherge vom Freiburger Fraunhofer Institut mit Frauen und gemischten Teams gemacht. In Freiburg werden viele interessante Projekte bearbeitet, die in alle Lebensbereiche hineinragen, sie reichen vom Abrieb von Zahnbürstenborsten bis hin zu der Frage der Lebensdauer von Implantaten.

Der Vorsitzende des Vorstandes der deutschen Gesellschaft für Tribologie, Professor Dr.-Ing. Rainer Franke, hält die Tribologie für ein Lebensthema, das viele Perspektiven nicht nur für Männer bietet. „Vor allem Chemikerinnen, wenn es um Schmierstoffapplikationen geht, Werkstofftechnikerinnen, wenn es um die Beschichtung von Oberflächen wie Metallen oder Kunststoffe geht oder auch Maschinenbauerinnen haben hier ein großes Zukunftsfeld“, meint Franke.