Frauen in der Technik ist ein Eckpfeiler des Gender Diversity Managements. Wie gehen Sie damit um?

Frauen für technische Berufe zu begeistern, liegt uns seit vielen Jahren am Herzen – oftmals heißt das auch, zunächst klar zu machen, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten in technischen Berufen bei uns sind: Das reicht vom Verkehr über die IT bis zur Steuerung von Kraftwerken.

Was tun Sie um Frauen für technische Berufe zu begeistern bzw. Frauen für technische Berufe zu gewinnen?

Wir versuchen, schon Schülerinnen und Studentinnen ganz konkret zu vermitteln, wie ihre Tätigkeit bei uns aussehen könnte, z.B. durch den Girls‘ Day oder durch ein Mädchen-Technik-Camp.

Ganz wichtig sind weibliche Vorbilder, die authentisch aus erster Hand von ihren Erfahrungen im Beruf berichten und ihre Begeisterung weitergeben können. Auf Hochschulmessen berichten daher oftmals Frauen aus unseren technischen Bereichen, wie ihre Karriere bei uns verlaufen ist, was sie an ihrem Beruf begeistert und wie sie unsere Unternehmenskultur erleben.

Wir kooperieren auch eng mit ausgewählten technischen Fakultäten bestimmter Hochschulen, die regelmäßig zu Betriebsbesichtigungen und Workshops zu uns kommen – und so nicht nur einen Einblick in mögliche technische Arbeitswelten und unser Unternehmen bekommen, sondern sich auch direkt mit Vertretern der Fachbereiche austauschen können.

So bekommen die Studentinnen einen authentischen Eindruck davon, wo und mit wem sie später zusammen arbeiten könnten. Zusätzlich beteiligen wir uns am MentorING Programm der TU München für Studentinnen in MINT-Fächern. Und schließlich fördern wir mit unserer SWM Bildungsstiftung insbesondere auch Studentinnen technischer Fachrichtungen – nicht nur finanziell, sondern auch durch die Vermittlung entsprechender Praktika in unseren Fachbereichen.

Wie reagieren die männlichen Kollegen darauf?

Sehr gut. Denn auch die männlichen Kollegen merken, dass gemischte Teams förderlich sind für das Teamklima, den Umgangston – und für die Lösungsfindung, die in gemischten Teams oftmals anders läuft und andere Aspekte berücksichtigt als bei rein männlichen (oder auch rein weiblichen) Teams.

Gibt es Programme oder gezielte Maßnahmen für Frauen?

Frauenförderung wird ja gerne mit Leistungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gleichgesetzt. Hier haben wir Einiges zu bieten: Krippenplätze, Plätze für Kindergarten und Hort sowie Eltern-Kind-Büros. Wichtiger sind jedoch (für Frauen wie für Männer!) gleiche Karrierechancen, was selbstverständlich auch gleiche Entlohnung einschließt, die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten und v.a. eine entsprechende Unternehmenskultur, die z.B. Führung in Teilzeit ermöglicht.

Wir sind gerade dabei, ein unternehmensweites Talent Management aufzusetzen, das insbesondere auch weibliche Nachwuchskräfte sichtbar machen und fördern soll; ebenso gibt es seit kurzem ein Frauennetzwerk. Und in einem breit angelegten Projekt zur Frauenförderung erarbeiten wir gerade, wie wir entsprechende Programme, v.a. aber die passende Unternehmenskultur, weiter vorantreiben können