Doch angesichts eines globalen Wettbewerbsdrucks und des demographischen Wandels stehen wir vor einem Paradigmenwechsel in der Unternehmenskultur. Fakt ist: durch überholte Rollenzuweisungen und unbewusste Verzerrungen von Wahrnehmungen (Unconcious Bias) werden Talente übersehen und Karrieren verhindert.

Dies trägt indirekt zum Fachkräftemangel bei. Zu häufig wird noch dazu Diversity Management als Frauenförderprogramm verbrämt – Männer fühlen sich nicht angesprochen und der Wandel kommt nicht in Gang.

Dabei ist Gender Diversity Management auch Chefsache – der Vorstand muss vorangehen.

Doch die gelebten Konzepte von „Mannsein“ und „Männlichkeit“ sind nicht so modern, wie man es sich vorstellen möchte – Männer fühlen sich häufig noch durch althergebrachte Normen gegängelt. Daher gilt es im Rahmen von Gender Diversity Management den Dialog darüber anzustoßen, was Männer über ein neues Miteinander gewinnen können.

Tatsächlich ist es die männliche Mehrheit, die das Rad in Bewegung setzen muss - Gender Diversity Management ist also Männersache. Gleichzeitig können  überkommene und sehr stark männlich geprägte Führungsbilder aufgelöst werden.

Denn statt der Faust auf den Tisch braucht eine Führungskraft in Zeiten von Innovationsdruck und Komplexitätssteigerung eher ein offenes Ohr , statt Anweisung und Kontrolle braucht sie Vertrauen und Kommunikation.

In diesem Change Prozess geht es in erster Linie um Bewusstseinswandel und Einstellungsänderung. Dabei ist Gender Diversity Management auch Chefsache – der Vorstand muss vorangehen. Sein Commitment und sein Vorbild entscheiden darüber, ob die nachfolgenden Führungsebenen nachziehen.

Wertschätzung des Einzelnen, Offenheit für Neues, Arbeitsflexibilisierung (also z.B. Führung in Teilzeit) und die Förderung von Talenten (also von Männern und Frauen gleichermaßen) sind die zentralen Stellschrauben.

Nicht zuletzt ist Gender im Gesamtzusammenhang mit den anderen Diversity-Dimensionen wie Kultur und Alter anzugehen. Denn schließlich sollte ein Unternehmen die Potenziale aller Mitarbeiter_innen mit ihren vielschichtigen Kompetenzen nutzen.