Teilzeit, Arbeiten von unterwegs, Selbstbestimmungsrecht über eigene Arbeitszeiten, ja eine neue Arbeitskultur hinsichtlich der Anerkennung von Väterpflichten durch den Arbeitgeber zahlen mehr denn je in die Arbeitgebermarke ein.

Erstes Väterbarometer zeigt große Diskrepanz

Doch zwischen dem Wunsch vieler Väter nach mehr Zeit für die Familie und dem Angebot der Unternehmen besteht bis heute eine große Diskrepanz. Wie das 1. Väterbarometer des Bundesfamilienministeriums zeigt, schätzen Arbeitgeber sich viel väterfreundlicher ein, als es Väter wahrnehmen.

Oftmals fühlen sich Väter von vermeintlich familienbewussten Angeboten gar nicht angesprochen. Um darauf zu vertrauen, dass ihnen keine Nachteile durch eine familiäre Auszeit entstehen, fehlen Vätern Vorbilder in den Unternehmen. Vor allem Führungskräfte sind in Sachen Väterfreundlichkeit in Unternehmen daher gefragt.

Wer Väterfreundlichkeit vorleben will, sollte auch selbst die Möglichkeit zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben.

Neue Väterstudie 2015

In der Väterstudie 2015 wurde auch die Rolle von Managern bei der Verankerung väterfreundlicher Strukturen untersucht. Fazit: Führungskräfte stecken in einem Dilemma. Einerseits sollen sie eine offene Unternehmenskultur leben und auf die Wünsche der Väter eingehen, andererseits sind sie an übergeordnete Interessen des Unternehmens gebunden. Ja, sie wollen ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Aber nein, sie wissen oft gar nicht, wie.

Daher sind zielgerichtete Informationen und eine Sensibilisierung zur Zielgruppe der jungen Väter unumgänglich. Darüber hinaus wünschten die Commerzbank-Führungskräfte einen Austausch mit ihren Kollegen über Erfahrungen mit der Elternzeit oder standardisierte Lösungen für familiär bedingte Ausfälle ihrer Mitarbeiter.

Nicht zuletzt: Wer Väterfreundlichkeit vorleben will, sollte auch selbst die Möglichkeit zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben – immerhin sind die in Elternzeit erlernten Soft Skills elementar für Führungsaufgaben.

Pragmatische Lösungen für Väter und Führungskräfte

Genau dort setzen die Programme der Väter gGmbH an. Die gemeinnützige Hamburger Unternehmensberatung begleitet beim MENtoring individuell Führungskräfte auf dem Weg zu mehr Väterfreundlichkeit. Das Väternetzwerk steigert zum einen die Sichtbarkeit von Väterinteressen in den Unternehmen, zum anderen werden die Teilnehmer in Fragestellungen geschult, die beide Rollen ansprechen – die Erziehungs- und die Führungsrolle.

Das ermöglicht gerade den Führungskräften, auch die eigene Balance im Blick zu haben. Den Mitarbeitern verdeutlicht das Väternetzwerk, wie sie ihre Vorgesetzten unterstützen können, ohne ihr Bedürfnis nach Vaterschaft aufzugeben.

Bei väterbewusster Personalpolitik überwiegt der Nutzen

Sicher, die Implementierung einer neuen Unternehmenskultur hinsichtlich Väterfreundlichkeit bedeutet zuerst einmal Aufwand. Der langfristige Nutzen überwiegt die Kosten aber immens. Nicht nur die Mitarbeiter profitieren von mehr Väterfreundlichkeit. Durch väterbewusstes Handeln können sich die Führungskräfte der Loyalität ihrer Mitarbeiter sicher sein. Teure Recruiting-Maßnahmen sind dank einer besseren Arbeitgebermarke passé. Väterfreundlichkeit ist ein entscheidender Hebel für eine erfolgreiche Personalstrategie der Zukunft.

Da sind sich übrigens auch die Commerzbank-Führungskräfte einig: Sie erkennen den Elternzeit-Nutzen für die eigene Abteilung und schätzen den Wert von Familienzeiten für die Kooperation und Kommunikation sowie Produktivität, Verlässlichkeit und Ausgeglichenheit des Mitarbeiters am Arbeitsplatz als bedeutsam ein.