Für die einen Unternehmen ist die geschlechtliche Identität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ob heterosexuell, schwul, lesbisch, bi, transsexuell, transgender, intersexuell oder queer – reine Privatsache. Sie ist damit nicht relevant für den beruflichen Alltag.

Aufgeschlossener Umgang

Andere Firmen gehen einen anderen Weg: Sie suchen bewusst den aufgeschlossenen Umgang mit dieser Thematik. Die Gründe sind dafür unterschiedlich. Zuerst einmal verstecken viele Betroffene ihre sexuelle Orientierung, zum Beispiel wenn im Büroalltag über Ehe und Partnerschaft geredet wird. Sie erfinden Ausreden, womöglich ein Doppelleben. Im schlimmsten Fall ist dieses Versteckspiel für sie psychisch belastend.

Neben der Verantwortung diesem Einzelnen und der Gesellschaft gegenüber, die viele Unternehmen überneh-men, spielt auch der rein wirtschaftliche Faktor eine Rolle. Denn diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich womöglich nicht mit ih-rem ganzen Potenzial bei ihrer Arbeit ein. Ein respektvolles, offenes Miteinander sorgt dagegen für Motivation. Hinzu kommt, dass in Zeiten von Fachkräftemangel LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual und Trans) freundliche Unternehmen von dieser Mitarbeitergruppe klar bevorzugt wird und Schwule und Lesben eine lohnende Kundengruppe sind.

Öffentlicher Diskurs

Denn Unternehmen werden nicht nur hinsichtlich der Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen bewertet, sondern zunehmend auch in Bezug auf ihren Standpunkt zu politischen und sozialen Problemen. Die Gleichberechtigung der LGBT-Community rückt bereits zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit, insbesondere die gleichgeschlechtliche Ehe und die Diversität am Arbeitsplatz. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Kaufentscheidungen der Nutzer, vor allem bei den jüngeren Generationen, die Unternehmen vorziehen, die Gleichberechtigung unterstützen.

Richtlinien der Unternehmenskultur

Besonders große Konzerne, die in unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen lokalen Gesetzen zu diesem Thema kon-frontiert sind, verankern meist klare Gleichbehandlungsrichtlinien in ihrer Unternehmenskultur. Außerdem fördern sie LGBT-Mitarbeiter in lokalen Gemeinschaften oder führen einzelne als Botschafter ein, die für bessere Eingliederung agieren und das Bewusstsein schärfen sollen.

Bessere Vernetzung

Ziel ist eine bessere Vernetzung, Zusammenarbeit und Beratung. Gleichzeitig wollen die Unternehmen das Thema aus der Randgruppe in das allgemeine Bewusstsein holen. Förderlich sind dafür diverse Foren, Veranstaltungen und Programme. Diese Maßnahmen sollen Akzeptanz, Zusammenarbeit und den Gemeinschaftssinn stärken. Und sie unterstützen letztlich den Einzelnen bei der Gestaltung seiner beruflichen Laufbahn.