Von allen Studierenden, die ein MINT-Studium beginnen, war 2017 bereits jede dritte eine Frau. Die immer noch zu geringen Anteile von Frauen auf dem Arbeitsmarkt weisen darauf hin, dass dieses wachsende Potenzial nicht ausreichend genutzt wird. Zielführende Maßnahmen, die zu deutlichen Verbesserungen in der Ausgestaltung des MINT-Arbeitsmarktes sowie in den Rahmenbedingungen der Unternehmen führen, müssen fortgeführt werden, denn noch ist diese insgesamt positive Entwicklung kein Selbstläufer.

Die über 270 Partner des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“, der 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen wurde, engagieren sich aktiv für mehr Frauen in MINT. Und das mit Erfolg, 2017 gab es fast doppelt so viele Studienanfängerinnen in den MINT-Studienfächern wie 2008 zur Paktgründung.

Der Pakt macht den Wandel sichtbar und zeigt ein modernes Image der MINT-Berufe. So bringen die meet.ME-Karriereauftaktveranstaltungen von „Komm, mach MINT.“ zahlreiche weibliche MINT-Talente mit den Partnerunternehmen zusammen und bieten Orientierung über vielfältige Perspektiven. Die nächste meet.ME findet 2019 statt.

Um die Zielsetzung des Pakts zu unterstützen, mehr Frauen für Wissenschaft und Wirtschaft zu gewinnen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung zahlreiche Projekte, die insbesondere im Rahmen der digitalen Agenda der Bundesregierung neue Chancen für Frauen eröffnen. Die Ergebnisse dieser Projekte werden in den nächsten Jahren in den Transfer gehen, um Maßnahmen der Nachwuchsakquise effizient ausbauen zu können.

So setzt das Projekt MINT@Work der TU München an dem Befund an, dass sich Frauen trotz vorhandener Fähigkeiten und MINT-Abschlüsse oftmals gegen einen MINT-Beruf entscheiden. Projektziel ist es, sowohl Barrieren durch Geschlechterstereotype als auch praxisnahe Strategien zu deren Überwindung zu identifizieren und zu verbreiten.

Die Ansatzpunkte des Projekts „Chefin“ der TU Dortmund und der RWTH Aachen sind die Unterrepräsentanz von Frauen in Führung und die mangelnde Chancengleichheit auf dem Weg dorthin. Dies betrifft vor allem den MINT-Bereich mit einem ohnehin schon geringen Frauenanteil. Im Projekt wird das Onlinetool „Competence Development Recommender (CDR)“ entwickelt, welches Frauen auf Basis ihrer individuellen Lebensläufe bei der Karriereplanung unterstützen soll.

Und basierend auf einer Längsschnittstudie der TU München werden im Projekt Gender 4.0 valide Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche und nachhaltige Einbindung von Frauen (und Männern) in MINT-Studiengänge und -Berufe vor dem Hintergrund verschiedener gesellschaftlicher und organisationaler Veränderungen entwickelt.