Geld anlegen ist eigentlich ganz einfach: Man verzichtet auf Konsum und gibt seine Euro, Dollar oder Rubel jemand anderem – gegen ein gewisses Entgelt, die Rendite. Dieses Entgelt ist der Zins beziehungsweise die Summe, die der Schuldner dem Gläubiger als Gegenleistung zahlt, um sich sein Kapital zu borgen.

Geldanlage mit Rendite

Da diese Zinsen hierzulande aber gerade sehr gering sind, ist es momentan schwer, eine Rendite bei einer Geldanlage zu erzielen, die wenigstens einen Inflationsausgleich bietet. Andere Formen des Entgelts sind zum Beispiel Dividenden, Kursgewinne oder Gewinnbeteiligungen. Denn heutzutage kann man sein Geld in verschiedenen Formen borgen beziehungsweise anlegen: zum Beispiel in Aktien, Immobilien, Sparbücher, Anleihen, Tages- und Festgelder oder Fonds.

Wer dann einen Gewinn erzielen will, beachtet bei den Chancen und Risiken das so genannte magische Dreieck der Geldanlage: Seine Faktoren lauten Sicherheit, Liquidität und Rentabilität. Sie sind gleichzeitig die Zielkonflikte jeder Geldanlage. Legt man sein Geld in vergleichsweise sichere Anlageformen an, ist die Rendite eher niedrig. Ebenfalls, wenn man schnell wieder liquide sein möchte und kurze Laufzeiten wählt. Ein höheres Risiko dagegen verspricht den höheren Gewinn. Eine Antwort auf diese Zielkonflikte ist unter anderem die Diversifizierung, also eine breite Streuung des Geldes, zum Beispiel in Investmentfonds.

Erhalt des Kapitals

Mitten in diesem magischen Dreieck verhalten sich Frauen und Männer im Durchschnitt unterschiedlich. So haben zahlreiche Studien von Finanzinstituten in den letzten Jahren ergeben, dass sich Frauen bei ihrer Anlage deutlich risikoärmer verhalten. Kurz: Männer zocken eher bei ihren Finanzen und gehen ins Risiko. Frauen sichern sich ab. Ihnen ist der Erhalt des Kapitals wichtiger als große Chancen auf Rendite. Deutlich weniger setzen sie beispielsweise auf riskantere Zertifikate und Optionsscheine, die in Zeiten niedriger Zinsen und Inflation allerdings gewinnträchtiger wären. Sie wählen stärker Investmentfonds und Anleihen. Sparbuch und Girokonto sind für eine langfristige Geldanlage allerdings für beide Geschlechter keine gute Alternative.  

Hin und her macht Taschen leer – so lehrt der Börsianer. Diesbezüglich sind Frauen ihren Investments deutlich treuer und setzen auf weniger Transaktionen als Männer. Die müssen für ihre Käufe und Verkäufe nämlich mit Transaktionsgebühren bezahlen, was mögliche Gewinne wieder schmälert. Vorteil der Männer: Sie verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich mehr als Frauen – und können entsprechend mehr anlegen.

Gemischte Fondsteams

Auch die Finanzbranche hat inzwischen realisiert, daß weibliche Fondsmanager deutlich weniger Risiken eingehen, bei der Anlage in größeren Zusammenhängen denken und somit wertvolle Kompetenzen einbringen. Gemischte Teams aus männlichen und weiblichen Investmentprofis erzielen so nach einer Studie des Branchendienstes Citywire eine bessere Performance. Einziges Problem: Nur jeder zehnte Portfoliomanager ist weiblich – in Sachen Frauenquote hinkt also auch die Finanzbranche noch deutlich hinterher.