Frau Burkard, Sie sind seit 23 Jahren Moderatorin – erinnern Sie sich noch an Ihre erste Sendung? (Wie war das? Waren Sie aufgeregt? Was hat geholfen?)

Meine erste Sendung, das war die Wochenend-Ausgabe von RTL-AKTUELL, werde ich nie vergessen. Ich war ein Nervenbündel und stand bestimmt kurz vor einer Panikattacke. Mir war damals bewusst: Jetzt sehen ca vier Millionen Menschen, was du hier machst. Bitte, Katja, blamier dich nicht! Das habe ich mir wie ein Mantra gesagt. Mein großes Glück: von Moderation zu Moderation wurde ich ruhiger. Und als mein Puls endlich wieder halbwegs normal war, da war die Sendung auch schon vorbei!

Wie verlief das erste Jahr?

Gut! Ich habe am Wochenende moderiert und unter der Woche war ich unterwegs als Reporterin. Eine sagenhaft spannende Zeit. Damals hat man als Reporter noch alles selbst gemacht: Stellplatz für den Satellitenwagen absperren gehörte genauso dazu, wie den Beitrag zu recherchieren, schneiden, vertonen und anschließend als Schalt-Reporterin on Air zu gehen.

Wann wussten Sie, dass Moderatorin Ihr Traumjob ist? (Und warum?)

Mein Traumjob ist und war es immer, Journalistin zu sein. Als ich gefragt wurde, ob ich die Moderatorin von PUNKT 12 sein möchte, habe ich mich natürlich sehr geehrt gefühlt. Und so sehe ich das bis heute. Es ist mir eine große Freude, aber auch Ehre, die Themen, die mein Team und ich erabeitet haben, zu präsentieren. Unser Anspruch ist es, die Zuschauer so zu informieren, dass sie mit den Informationen ganz konkret etwas anfangen können. Informieren, unterhalten, die Zuschauer zum Staunen bringen, ihre Fragen beantworten…Das wollen wir jeden Tag. Seit mehr als 25 Jahren halten die Zuschauer uns die Treue und bescheren uns mit den guten Quoten täglich ein gutes Zeugnis.

Was lieben Sie besonders an Ihrem Job?

Er ist nie langweilig, weil wir eben jeden Tag  das Neuste aus aller Welt auf den Tisch bekommen und daraus unseren besonderen Sendungs- Mix machen.  Ich liebe Fernsehen seitdem ich denken kann und gerade in meiner Sendung gibt’s ja von allem Etwas: Aktuelle News, Service-Themen, Promis, Boulevard, Cross-Promo der anderen RTL-Sendungen, Lifestyle.  Diese Sendung ist wie ein Geschenk für mich. Wir inszenieren sie im Prinzip jeden Tag so wie ein Theaterstück: die Dramaturgie muss stimmen! Es muss spannend sein. Es muss auch etwas zu lachen geben. Wir wollen Gefühle erzeugen und die Leute mit einem guten Gefühl in den Nachmittag schicken.  An genau diesem Mix feilen wir jeden Tag neu. Und ich als Moderatorin habe immer im Hinterkopf: Warum sollten die Leute sich das anschauen? Ich will sie neugierig machen und ich will, dass sie am Schluss denken: Da habe ich jetzt wieder viel erfahren und das waren unterhaltsame zwei Stunden.

Wie haben Sie die Balance zwischen Karriere und Kinder gemeistert?

Als meine älteste Tochter zur Welt kam, habe ich meinen Zusatz-Job „Stellvertretende Redaktionsleiterin“ abgegeben. Ich wollte gewährleisten, dass ich, bis auf kleine Ausnahmen, pünktlich nach Hause komme.  Für mich ist die PUNKT-12-Arbeitszeit so optimal: ich gehe um 6:30 aus dem Haus, dann kümmert sich entweder mein Mann oder die Kinderfrau sorgt dafür, dass die Kinder  zur Schule kommen. Nachmittags kommen wir zur gleichen Zeit gegen 15.30 nach Hause und dann habe ich Zeit für das gesamte Mama-Programm mit Hausaufgaben, Fahrdienst etcpp. Meine Kinder haben mich nur morgens nicht und hin und wieder, wenn ich für meine Rubrik „Katja trifft“ unterwegs bin. Das alles hat bei mir wunderbar geklappt. Aber als die Kinder noch klein waren, hatte ich natürlich auch oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich arbeiten gegangen bin. Das ist das Dilemma von allen working mums…

Wie sieht heute das perfekte Work-Life-Balance bei Ihnen aus?

Ich bin jeden Tag mit voller Leidenschaft im Sender, weil mir mein Job und die Zeit mit den Kollegen einfach einen riesen Spaß macht. Aber wenn ich zu Hause bin, versuche ich auch wirklich DA zu sein. Stichwort Quality-Time… Das gelingt mir natürlich auch nicht immer, aber  ich gebe mir alle Mühe. Und da versuche ich auch, mir dreimal pro Woche und am Wochenende eine Stunde frei zu schaufeln für meinen Sport. Jetzt, wo die Kinder größer sind (17 und 11) klappt das ganz gut.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Oh je… Es ist so ein bisschen die Glückskeks-Botschaft LOVE WHAT YOU DO… Ich habe das große Glück, meine Familie und meinen Traumjob gut miteinander kombinieren zu können. . Das alles macht mich glücklich und das strahle ich hoffentlich aus.

Bitte geben Sie unseren Leserinnen 5 Tipps für eine erfolgreiche Karriere.

  1. Gut überlegen, welche Branche und welcher Job wirklich zu einem passt
  2. Die Ausbildung und Praktika machen, die einen dafür optimal vorbereiten
  3. Nicht aufgeben, wenn nicht auf Anhieb alles so läuft, wie geplant.
  4. Ziel im Auge behalten und flexibel bleiben
  5. Selbstkritisch bleiben und nicht aufhören, an sich zu arbeiten