Dazu gehört die unterschiedliche ethnische Herkunft mit entsprechenden Lebensgewohnheiten, Sprachen oder Bildungshintergründen.

Mit der „Universal Declaration on Cultural Diversity“ vom 02. November 2001 hob die UNESCO die Bedeutung der Vielfalt und Pluralität von Sprachen, Traditionen, des Wissens und der Identitäten als schützenswerte und unersetzbare kreative Ressource für das neue Jahrtausend hervor. Auch in Unternehmen gilt Cultural Diversity mittlerweile als „Brain Gain“, der über den Erfolg insbesondere im Globalisierungsprozess von Unternehmen entscheidet. Doch Deutschland hinkt hinterher.

Oft sei Kultur eher die Ursache von Konflikten als von Synergien, resümierte der niederländische Kulturwisschenschafter Geert Hofstede. Der Vordenker führte bereits in den 1960 und 1970er Jahren eine der größten empirisch nachweisbaren Studien zu kultureller Diversität durch.

Unterschiede im Denken und Handeln können Cultural Diversity Management in Konzernen zur kniffligen Angelegenheit werden lassen. Ungeachtet der Tatsache, dass Manager kulturelle Verschiedenheit auf breiter Ebene längst als ökonomischen Zugewinn anerkennen, entwickelt sich diese in Unternehmen nur langsam.

Kulturelle Vielfalt wird vernachlässigt

Obwohl Deutschland in Europa das Land mit dem zweithöchsten Ausländeranteil in der Bevölkerung darstellt (8,8 Prozent), wird das Potenzial der kulturellen Vielfalt vernachlässigt. Laut einer internationalen Fragebogenuntersuchung des Kompetenzzentrums Unternehmenskultur/Führung der Bertelsmann Stiftung wird in keinem anderen Land weniger Cultural Diversity Management betrieben als in Deutschland.

Lediglich 44 Prozent der deutschen Unternehmen setzen dieses Managementinstrument zur Nutzung der Ressource kulturelle Vielfalt ein, während es in 75 Prozent der europäischen und 92 Prozent der US-amerikanischen/britischen Unternehmen praktiziert wird.

Zwar verbinden Unternehmenslenker strategische Ziele und eine erhöhte Markt- und Kundenorientierung damit, doch fehlt eine nachhaltige konstruktive Gestaltung, eine systematische Verankerung in der Struktur sowie in der Entwicklung von Kompetenzen bei Führungskräften und Mitarbeitern.