Es führt auch zu hohen Kosten für Gesellschaft und Unternehmen. Inzwischen erkennen allerdings immer mehr Firmen, dass es kein Akt des Mitleids ist, Menschen mit Handicap in den Betrieb einzubinden.

Im Gegenteil, die Integration bringt handfeste Vorteile für das Unternehmen: Mit dem demografischen Wandel werden qualifizierte Fachkräfte immer knapper und älter. Kaum ein Betrieb kann es sich daher leisten, auf diese Mitarbeiter zu verzichten – nur weil sie an ihrem angestammten Arbeitsplatz nicht mehr die gewohnte Leistung erbringen können. So können Firmen mit funktionierender Integration nicht nur die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung erhöhen, sondern auch die der gesamten Belegschaft.

So gibt es in einigen Unternehmen „Disability Manager“. Dieser ist für die Integration von Menschen mit Behinderungen oder Arbeitnehmern mit längeren Krankheiten wie Burn-out verantwortlich. Er sorgt dafür, dass Betroffene wieder voll in den Arbeitsalltag integriert werden können.

Höhere Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber

Viele Unternehmen stellen zudem fest: Menschen mit Handicap oder Mitarbeiter, die nach längerer Krankheit zurück ins Berufsleben kommen, sind am Arbeitsplatz häufig motivierter und ihrem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal. Denn, sich mit einer Behinderung oder den Folgen einer Krankheit zu arrangieren, ist meist schwierig genug. Da wird das vertraute Umfeld der Firma als stabilisierender Faktor oftmals umso wichtiger. Und die Beschäftigten wissen, dass sie es fortan am Arbeitsmarkt schwerer haben werden als andere.

Arbeitsplätze anpassen – leichter als oft vermutet

Nicht selten sind es schon kleine Veränderungen, die ausreichen, um den Arbeitsplatz an die speziellen Erfordernisse der Mitarbeiter anzupassen: Mal ist es ein höhenverstellbarer Arbeitsplatz, der bei Rückenbeschwerden das Arbeiten im Sitzen und Stehen erlaubt, mal sind es Hebehilfen, die trotz Einschränkungen vollen Arbeitseinsatz ermöglichen. Neben räumlichen und technischen Barrieren müssen allerdings allzu oft noch mentale Hürden bei den Entscheidern abgebaut werden.

Einmal einen Schwerbehinderten eingestellt, sei die Kündigung aufgrund der besonderen Schutzregelungen unmöglich, lautet ein häufiges Argument. Dabei sind betriebsbedingte Kündigungen genauso möglich. Lediglich personen- und verhaltensbedingte Kündigungen nehmen Integrationsämter genauer unter die Lupe – möglich sind jedoch auch diese.

Geht es darum, einen barrierefreien Arbeitsplatz einzurichten, können sich Arbeitgeber wie betroffene Schwerbehinderte an die Integrationsämter wenden. Neben finanzieller Hilfestellung geben die Ämter auch Tipps, wie sich Arbeitsplätze und -abläufe optimal anpassen lassen.