Kritiker wenden ein, dass es doch bisher auch ohne funktioniert, und bei vielen Unternehmen beweisen dies die seit Jahren steigenden Konzernerfolge. Aber sie merken, dass es zunehmend schwieriger wird, an die guten Talente ranzukommen. Aufgrund des demografischen Wandels ist der Nachwuchs rar gesät.

Es gilt also, sich einer sich verändernden Umwelt anzupassen. Schon heute haben junge Frauen die besseren Schul- und Studienabschlüsse, warum sich also dieser Talente verwehren? Der Arbeitsmarkt wird aber nicht nur bunter, sondern auch multikultureller. Dem kann ich mich verschließen – oder hinwenden.

Für viele ist es ein Tabu, über so viel Privatleben zu sprechen, meinen sie doch, es geht um Sexualität.

Der Umgang mit Vielfalt macht das Miteinander nicht leichter. Die vielen Verhaltens- und Kommunikationsstile, kulturellen Hintergründe, Wertesysteme und Vorlieben müssen unter einen Hut gebracht werden. Das ist eine Herausforderung, denn jede/-r von uns tut sich schwer mit Andersartigkeit. Oft gehen wir in den Widerstand, wenn Neues auf uns zu kommt. Das gilt es auszuhalten und sich darauf einzulassen, als Individuum und Organisation.

Eines der „schwierigsten“ Themen ist die sexuelle Orientierung, und vielleicht deswegen gilt sie im Rahmen von Diversity als Gradmesser für eine offene Unternehmenskultur. Für viele ist es ein Tabu, über so viel Privatleben zu sprechen, meinen sie doch, es geht um Sexualität. Jedoch geht es „nur“ darum, dass es Menschen gibt, die lieben das andere Geschlecht, so wie es Menschen gibt, die lieben das gleiche Geschlecht.

Und dass jeder die Möglichkeit hat darüber zu sprechen, mit wem sie oder er sein Leben teilt. Die Auseinandersetzung mit der sexuellen Orientierung ist ebenso emotional wie die mit der Religion, weil in beiden Fällen sehr eigene persönliche (Wert-)Vorstellungen infrage gestellt werden. Am Ende geht es aber auch hier darum, die beziehungsweise den anderen mit seiner Einzigartigkeit sein zu lassen. Darin liegt die Chance von Diversity.