Die grenzenlose Material- und Formenvielfalt fasziniert nicht nur Designer, sondern hat auch das Zeug, die industrielle Produktion im Wortsinn zu revolutionieren: So lassen sich etwa Pumpenventile und andere Ersatzteile ohne Gussformzurichtung zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten in wenigen Stunden produzieren. Und zwar dort, wo sie gebraucht werden, sodass auch ein Großteil der Transport- und
Lagerkosten entfallen. Hinzu kommt die Flexibilität, selbst hochkomplizierte Werkstücke auch in kleinster Anzahl kurzfristig ausliefern zu können.

Megatrend mit volkswirtschaftlichem Potenzial

Kein Wunder, dass Analysten den 3D-Druck einhellig zum Megatrend mit exponentiellem Marktwachstum erklären. Auch volkswirtschaftlich bescheinigen sie der additiven Fertigung ein immenses Potenzial, weil dadurch ein Re-Shoring von Produktionskapazitäten zurück in Hochlohnländer wie Deutschland möglich wird.

Können auch Banken von diesem Megatrend profitieren? Ja – vorausgesetzt, sie sind wie die Volks- und Raiffeisenbanken eine feste Größe in ihrer Region. Denn nur unter dieser Prämisse sind Banken für den einheimischen Mittelstand die erste Adresse, wenn es um die strategische Finanzierung geht. Allerdings brauchen Kreditinstitute dafür spezielles Knowhow, um die Chancen und Risiken der neuen Technologie valide einschätzen zu können.

Grund genug für die Fiducia & GAD, 3D-Expertise in den eigenen Reihen aufzubauen und einen breit gestreuten Wissenstransfer in Richtung der Mitgliedsbanken zu organisieren. Das Interesse ist dort überraschend groß, wie die Resonanz auf einen Workshop zum Thema zeigt, den der genossenschaftliche IT-Dienstleister im Oktober in München veranstaltet hat.

Notwendig ist die Auseinandersetzung mit dem 3D-Potenzial allemal: Wenn Banken nicht rechtzeitig mit soliden Finanzierungskonzepten für das neue Fertigungsverfahren aufwarten, kommen ihnen branchenfremde Konkurrenten zuvor. Große Player wie beispielsweise Siemens offerieren bereits 3D-Technik in Kombination mit einem Finanzierungspaket und treten damit in einen direkten Wettbewerb zur etablierten Kreditwirtschaft.

Vor diesem Hintergrund ging es im Workshop der Fiducia & GAD um strategische Antworten auf die Frage, welchen spezifischen Mehrwert ein regional verwurzeltes Genossenschaftsinstitut dem innovationsfreudigen Mittelstand in seinem Einzugsgebiet bieten kann. Drei Handlungsfelder arbeiteten die Workshop-Teilnehmer dabei als Antwort heraus: gezielte Vermarktung, Schaffung einer interaktiven Onlineplattform sowie Aufbau eines fundierten Beratungsprogramms. Mitunter greifen die Handlungsfelder auch wechselseitig ineinander, indem zum Beispiel der Vermarktungsbaustein „Expertenvermittlung“ auch über die Onlineplattform läuft.

Fazit: Mit einem abgestimmten 3D-Druck-Geschäftsmodell intensivieren die Volks- und Raiffeisenbanken nicht nur ihre Firmenkundenbeziehungen, sondern stärken zugleich die Innovationskraft im ansässigen Mittelstand – und sichern damit die wirtschaftliche Zukunft in ihrer Region.