Während das Internet in einigen Bereichen der Wirtschaft einen Siegeszug erlebte, beispielsweise im Buchhandel, gab es andere Bereiche, bei denen deutlich länger unklar war, ob sie einmal digital stattfinden würden. Im Jahr 2008, dem Gründungsjahr von Zalando, waren die Unkenrufe noch laut, niemand würde Schuhe online kaufen, man müsse sie doch anprobieren. Lange hielten sich die Zweifler, die Retourenquote, die Verluste, all das würde Zalando nicht überleben. Nun, nach zehn Jahren, haben sich die Zweifel gelegt.

Zwischenzeitlich hat sich viel getan. Es werden heute nicht nur Schuhe, sondern nahezu alle Produkte online angeboten. Doch die Digitalisierung wird auch weiterhin nicht halt machen. Der Investor Marc Andreessen sagte einst: „Software is eating the world“, Software verschlingt die Welt. Das zeigt sich nunmehr in allen Bereichen. Nicht nur Schuhe, sondern auch Autos kann man heute problemlos online kaufen oder verkaufen, und es wird zunehmend zum Normalzustand, dass wir digital auch große Transaktionen tätigen.

Dies spürt man auch in der Finanzwelt, die lange vom persönlichen Kontakt und dem Vertrauten geprägt war. Erst kamen Zahlungsabwicklung und Onlinebanking, später Kreditvergleich und Geldanlage. Mittlerweile sind es jedoch nicht nur die Privatanleger, die digital Geschäfte tätigen, sondern vermehrt auch Unternehmen. Die Finanzierung eines neuen Warenlagers im Wert von mehreren Hunderttausend Euro kann nun in wenigen Tagen erfolgen – Anbieter wie Compeon machen es möglich.

Und es geht noch weiter. Plattformen bieten derweil die Möglichkeit, digital den Verkauf ganzer Unternehmen anzubahnen und so die unternehmerische Nachfolge zu regeln. M&A digitalisiert sich. Auch im Immobilienbereich werden Finanzierung und Verkauf ganzer Einkaufscenter durch digitale Plattformen vereinfacht.

Es sind somit nun auch Transaktionen im Millionenbereich, die durch das Internet ermöglicht werden. Gerade der Finanzsektor, in dem ohnehin Informationen die „Handelsware“ darstellen, wird daher einem ungeahnten Wandel unterzogen. Dieser Trend ist – allen Zweiflern zum Trotz – ungebrochen und er macht vor keiner Branche halt.