Nachhaltige Geldanlagen stehen für verantwortliches, ethisches, soziales, ökologisches Investment, das heißt alle Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG-Kriterien einbeziehen, also positives Verhalten hinsichtlich Umwelt, Soziales und Governance.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden aus ethischen Gründen auf Investitionen in Rüstung, Glückspiel, Tabak oder Alkohol verzichtet. Seitdem 1971 mit dem Pax World Fund der erste ethische Fonds in den USA aufgelegt wurde, hat sich das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Investment bis heute ständig weiterentwickelt. Ziel ist es dabei immer, das investierte Kapital so anzulegen, dass die Investitionen die heutigen Bedürfnisse befriedigen, ohne die Ressourcen der kommenden Generationen zu gefährden.

Wachstumstrend: Nachhaltige Kapitalanlagen wachsen kontinuierlich

Seit 2005 wächst der Markt Nachhaltiger Geldanlagen stetig mit Wachstumsraten im Durchschnitt von 27 Prozent. In Deutschland hat die Summe nachhaltiger Geldanlagen im vergangenen Jahr mit einem Anlagevolumen von rund 171 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Auch das Verantwortliche Investieren erreicht Höchstwerte mit 1.409 Milliarden Euro. Dieser Trend  Nachhaltigkeitskriterien auf Institutionsebene zu verankern, die für alle Produkte eines Hauses gelten, wächst auch zunehmend.

Geld ist nie neutral: Vermeiden, Fördern & Engagieren!

So, wie sprichwörtlich viele Wege nach Rom führen, führen bei der Nachhaltigkeit in der Geldanlage viele Strategien zu (mehr) Nachhaltigkeit.

Das heißt es gibt Produkte, die u.a. besonders auf den Ausschluss von Waffen, Atomkraft, Kohle, Tierversuche, Gentechnik Wert legen. Beim Best-in-Class Ansatz, wird in die Unternehmen eines jeden Wirtschaftssektors investiert, die im Vergleich zu ihren Branchenkollegen – die (relativ) nachhaltigsten sind. Themenfonds widmen sich der Finanzierung von speziellen Nachhaltigkeitsthemen wie Wald, Holzaufforstung, Wasser, Erneuerbare Energien aber auch soziale, kulturelle oder Bildungsprojekte.
Weiter berücksichtigen viele auch die Einhaltung internationaler Übereinkünfte zu Klima, Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte. Verstärkt zu beobachten ist auch das direkte Verhandeln mit dem investierten Unternehmen, über Gespräche, Treffen, oder Aktionärsversammlungen, um hier ein Mehr an Nachhaltigkeit durchzusetzen: Engagement und Stimmrechtsausübung.

Die Angebotspalette ist so breit wie für „klassische“ Produkte und umfasst alle Anlageprodukte, einige Versicherungen, wie auch normale Bankprodukte. Hier ist das Angebot von speziellen Umwelt-, Nachhaltigkeits-, oder Kirchenbanken, gerade in Deutschland, vergleichsweise hoch. Diese Häuser wenden auf alle ihre Aktivitäten Nachhaltigkeitskriterien an.

Nachhaltigkeitsaspekte lassen sich bei jeder Form der Geldanlage berücksichtigen

Aber egal, für welches nachhaltige Investment man sich entscheidet – ordentliche Renditen und das Bestreben, mit Kapitalanlagen Positives zu bewirken, schließen sich nicht gegenseitig aus.

Die vielfältigen Strategien und Produkte zu unterscheiden, und passende Produkte zu finden ist für viele Anleger nicht einfach und zeitaufwändig.

So raten wir grundsätzlich, sich bewusst zu werden, welche eigenen Ansprüche man an eine Nachhaltige Geldanlage hat. Denn die eigenen Nachhaltigkeitsdefinition ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als Basis dienen die klassischen, finanziellen Rahmenbedingungen:

  • Renditeerwartungen: Wie hoch soll der Gewinn des Anlageproduktes sein?
  • Liquiditätsaspekte: Wann benötige ich mein Geld wieder?
  • Sicherheit: Welches Risiko kann und will ich mit einer Geldanlage eingehen?
  • Ergänzt um die Dimension der Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeitspräferenzen, die persönliche ethische, soziale oder umweltrelevante Wertevorstellungen widerspiegeln.

Hilfestellung und Orientierungshilfe finden Sie:

Auf der Homepage des Vereines: www.forum-ng.org

Zweiseitige Kurzinformation zu einzelnen Fonds: www.forum-ng.org/de/fng-nachhaltigkeitsprofil/projekt.html

Das Qualitätssiegel für Nachhaltige Investmentfonds: www.fng-siegel.org.