Schau mir in die Augen, Kunde

In Japan wurde im Sommer 2016 ein Zahlungssystem mit Verifikation via Fingerabdruck getestet. Bis 2020 soll das System ausgereift sein. Biometrische Ansätze zur Identifizierung beschränken sich allerdings nicht allein auf den Fingerabdruck. Möglich ist inzwischen auch Authentifizierung durch Gesichtsbiometrie. Das Prinzip nennt sich Selfie-Pay. Das Modul, um sich zu verifizieren, ist dann die Kamera des Smartphones. Gesichtsbiometrie bedeutet, dass die Positionen von Augen, Nase und Mund sowie deren Abstand und Lage zueinander bestimmt werden. Der sogenannte Irisscan wiederum funktioniert nur mittels einer speziellen Kamera.

Kaufen ohne Kasse

Die Kasse, die klingelt – das war einmal. Aber auch die Kassen von heute werden sich radikal verändern beziehungsweise komplett verschwinden. Beim Selfscanning greift der Kunde selbst zum Scanner oder die Ware fährt durch einen Tunnel und liest sich selbst aus. Amazon operiert in den USA bereits mit einem kassenlosen Laden: Bei ihm erfasst die Kamera den Kauf durch den Kunden, der sich vorher registriert. Sie rechnet ab, wenn er den Laden verlässt. Experimente gibt es mit Einkaufswagen, die die Ware mit Kameras erkennen. Andere Idee: So wie werthaltige Geräte heute bereits mit Plomben gesichert sind, könnte ein Käufer diese auch selbst abstreifen, indem er mit einer App auf dem Smartphone einen Zahlvorgang auslöst.

Chat per Video

Wer nur ein paar Euro auf dem Konto hat, benötigt nicht zwingend finanzielle Beratung. Wer aber fürs Reihenhäuschen sparen will, braucht den Bankberater des Vertrauens. Schätzen wird der Kunde künftig jedoch umso mehr ein gut vorbereitetes und durchdachtes Beratungskonzept, das wirklich mehr bietet als die digitale Plattform. Zum Einsatz kommen hier häufiger Gespräche über Video. Vorteile: Filialbanken können über die Filiale hinaus in Verbindung bleiben, Direktbanken treten Face to Face in Kontakt, Filialschließungen werden kompensiert und Kunden, die den Wohnsitz wechseln oder zeitverschoben im Urlaub verweilen, sind leichter erreichbar. Möglich sind auch ergänzende Experten im Chat. Die Zukunft wird im schnellen Dialog stehen.

Hautnah mit dem Mikrochip

Warum nur Haustiere chippen, wenn’s auch beim Menschen geht? Der praktische Chip enthält eine mehrstellige Nummer, die individuell vergeben wird. Direkt unter der Haut verpflanzt, lassen sich darauf Daten speichern. Im Körper liegt er in einer kleinen Glaskapsel und verfügt über eine Antenne, die von einem Lesegerät oder Computer mit Internet empfangen wird. Vorreiter sind Schweden und die USA, die solche Chips bereits in Unternehmen oder Freizeitklubs einsetzen. Auch das Bezahlen ist wegen der Datenübertragung wie beim Smartphone nur noch ein weiterer gangbarer Schritt.

Revolutionäre Kette

Anonymität, Dezentralität und Sicherheit – das sind die drei Schlagworte, die die Vorteile der Blockchain verdeutlichen. Sie ist zuerst einmal ein digitales Kontenbuch und eine Datenbank. Finanzdaten sind nicht mehr bei einem Bankserver allein gespeichert, sondern im dezentralen PC-Netzwerk. Jeder Computer beziehungsweise Kunde hat so das Konto aller Kunden gespeichert. Transfers können so von allen abgeglichen und mögliche Betrügereien überwacht werden. Gleichzeitig sind die Konten anonymisiert. Nicht Personennamen, sondern eine Abfolge von Zahlen und Buchstaben macht die individuelle Adresse aus.

Schon gewusst?

Das Geld der Vergangenheit

„Nur Bares ist Wahres“?! – Nicht ohne Grund kann die Geschichte der beliebten Scheine und Münzen zahlreiche interessante Fakten vorweisen. Wussten Sie schon…

Der Anfang vom Ende: Papiergeld als Ersatz zu Münzgeld wurde im 11. Jahrhundert in China das erste Mal eingeführt.

One Billion Dollars, Baby: Nach dem 1. Weltkrieg herrschte extreme Inflation in Deutschland. Es war nicht selten, dass Banknoten von mehreren 100 Milliarden Mark im Umlauf waren. Zu einem Zeitpunkt im Jahr 1923 kostete ein Kilo Roggenbrot 233 Milliarden Mark.

Die Deutsche Mark heute: Rund 14 Milliarden D-Mark sind bis heute noch im Umlauf. Aber keine Sorge, wenn Sie noch alte Scheine und Münzen finden.  Denn seit der Währungsumstellung gilt dafür der festgeschriebene Kurs von 1,95583 D-Mark und es besteht ein unbegrenztes Umtauschrecht.

Geld kostet Geld: Die Produktionskosten des Euro-Scheins liegen bei knapp acht Cent und bei einer 1-Cent-Münze bei rund 1,65 Cent.

Die Schnipseljagd: Ein Fall namens „Darmstädter Schnipsel“ beschreibt die kuriose Story in Darmstadt im Jahr 2015, bei der jemand Banknoten im Wert von 90.000 Euro in Schnipsel zerrissen und an verschiedenen öffentlichen Plätzen platziert hat.

Wer den Cent nicht ehrt…: In einigen Euro-Ländern, wie zum Beispiel Finnland, gibt es keine 1 und 2-Cent Münzen. Beträge werden einfach zum nächsten Betrag aufgerundet.