Nur unter engen Voraussetzungen kann eine „kleine“ Erlaubnis nach der Gewerbeordnung als Finanzanlagenvermittler in Betracht kommen. Desweiteren bestehen Erlaubnispflichten, sofern Zahlungsdienste – zum Beispiel die Weiterleitung fremder Gelder – erbracht werden nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz. Sofern Gelder für Investitionen „gepoolt“ werden, kann ein Investmentvermögen (= Kapitalsammelstelle mit Anlagestrategie für mehrere Investoren) vorliegen. In diesem Fall bestehen Erlaubnispflichten nach dem Kapitalanlagegesetzbuch, das sehr hohe Anforderungen voraussetzt.

Auch Emittenten und Anbieter von Wertpapieren oder Vermögensanlagen (beispielsweise Eigenkapitalbeteiligungen an GmbHs oder Fremdkapitalinstrumente wie Genussrechte oder Nachrangdarlehen) haben grundsätzlich nach dem Wertpapierprospektgesetz (und zukünftig nach der EU-weiten Wertpapierprospektverordnung) beziehungsweise dem Vermögensanlagengesetz einen Prospekt zu veröffentlichen, sofern sie keine Ausnahme nutzen können.

Auch fortlaufend haben Erlaubnisinhaber nach dem Wertpapierhandelsgesetz oder der Finanzanlagenvermittlungsverordnung Sorgfalts-, Transparenz- und Dokumentationspflichten gegenüber den Kunden oder der Finanzaufsicht (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) zu erfüllen – dies alles ist zeitaufwendig und kostenintensiv.

Im Namen des Verbraucherschutzes müssen auch immer weitergehende Befragungen von Kunden zu beabsichtigten Investments erfolgen. Diese werden häufig von beiden Seiten als lästig empfunden. Anbieter beziehungsweise Vermittler/Berater von Finanzprodukten sind allerdings häufig zur ausgiebigen Befragung und Informationsversorgung der Kunden gesetzlich verpflichtet.

Auch das Geldwäscherecht wurde und wird weiterhin verschärft. Bislang war die Identifikation (als Teil der geldwäscherechtlichen Pflichten) bei der Bankkontoeröffnung bekannt. Durch die Verschärfung werden aber geldwäscherechtliche Pflichten immer weiter ausgeweitet. Dies erschwert insbesondere digitale Geschäftsmodelle im Finanzsektor.

Und es ist für 2018 kein Ende in Sicht:

Im Laufe des Jahres 2018 kommen hauptsächlich die Markets in Financial Instruments Directive 2 (MiFID II), die Payment Services Directive 2, die EU-Prospektverordnung sowie die fünfte Geldwäsche-Richtlinie hinzu. Zumindest ist zu beobachten, dass die federführende EU-Kommission um Vereinheitlichung und Ineinandergreifen der europäischen Regulierung bemüht ist. Zum einen wird MiFID II unter anderem die Kosten für komplexe Finanzinstrumente europaweit transparenter machen. Insbesondere die Finanzvertriebsbranche, aber auch "Konzepteure" von Finanzinstrumenten klagen über enormen Verwaltungsaufwand und Kostenzunahme.

Zum anderen legt die EU-Prospektverordnung unter anderem die Schwelle für die Prospektpflicht bei öffentlichen Angeboten von Wertpapieren europaweit auf mindestens eine Million Euro (bislang in Deutschland 100.000 Euro) fest – eine Chance für die Crowdfunding-Branche, die seit jeher von den ungeliebten derzeit fast ausschließlich angebotenen partiarischen Nachrangdarlehen hin zu den flexiblen Wertpapieren wechseln könnte.

Das neue Geldwäscherecht soll regeln, dass bei bestimmten risikobehafteten Unternehmen bereits alle wirtschaftlichen Eigentümer ermittelt werden müssen, die mindestens zehn Prozent halten. Zudem soll der Kreis der Verpflichteten um Handelsplattformen für virtuelle Währungen erweitert werden und der Zugang zu Informationen zu und die Überwachung von wirtschaftlichen Eigentümern verschärft werden.
 
Fazit: Der Regulierungsdschungel wird zu einem Regulierungsdickicht.