Für Schumpeter war eine echte Innovation an das Kriterium des wirtschaftlichen Erfolges gekoppelt. Einschlägig bekannt ist die Leistungsfähigkeit der institutionellen und industriellen Forschung in Deutschland. Ebenso bekannt ist, dass es bei der wirtschaftlichen Nutzung dieser Ergebnisse immer wieder Probleme gibt. Woran liegt das?

Wesentlich für die Anwendung neuer Forschungsergebnisse in Wirtschaftsunternehmen ist, dass Forschungsergebnis und Unternehmen insofern zueinander passen, dass das Unternehmen in der Lage ist mit den Forschungsergebnissen erfolgreich zu wirtschaften. Das setzt gegenseitiges Verstehen und Akzeptanz voraus. Hierin liegt die wesentliche Herausforderung vor der heutige Innovationsmanager stehen.

Diese Scharniere zwischen Wirtschaft und Wissenschaft müssen in beiden Welten zu Hause sein. Mehr noch: die Kommunikation muss in beide Richtungen geführt werden. Dies ist auch das Tagesgeschäft der im ganzen Land angesiedelten, sehr aktiven Innovations-, Technologie- und Gründerzentren. Deren neue Formate wie Acceleratoren, FabLabs oder Coworking-Areas tragen dazu bei, dynamische Teams mit innovativen Ideen zu entwickeln und mit leistungsstarken Industriepartnern, die eine rasche Umsetzung ermöglichen, zu verknüpfen.

Um die Lücke zwischen Forschung und Wirtschaft zu schließen hat der Bund entschieden, eine Agentur für Sprunginnovationen ins Leben zu rufen. Auch für diese wird ein wesentliches Erfolgskriterium sein, sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft breite Akzeptanz zu finden.

Essenziell für erfolgreiche Innovationen ist ebenso eine solide Finanzierung. Insofern ist für Innovationsmanager neben der Kenntnis der einschlägigen Förderprogramme auch wesentlich, in der Welt der Beteiligungsfinanzierung zu Hause zu sein.

Zunehmende Bedeutung bei der Bewertung von Innovationen hat das Kriterium Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Es wird häufig Ökologie und Ressourceneffizienz als nicht vereinbar mit Ökonomie bzw. wirtschaftlichem Erfolg gesehen. Diese Denkweise erscheint nicht mehr zutreffend. Daher muss bei der Innovationsstrategie von Unternehmen der Aspekt der Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle spielen.
Immer wieder sieht man in Produktwerbungen angeblich innovative Produkte deren Nutzen in der Übernahme von menschlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten besteht.

Diese haben keinen wirklichen Nutzen, wenn sie den Menschen entmündigen und seine einzigartigen Fähigkeiten verkümmern lassen. Insofern ist auch die Digitalisierung nicht a priori eine Innovation, nicht jede Disruption eine Erfindung zum Wohle seiner Nutzer. Auch für sie gilt, dass sie einen wirtschaftlichen Nutzen für und im Interesse des Menschen erbringen muss.

Eine weitere Tendenz dieser Zeit ist, dass Innovationsvorhaben immer mehr interdisziplinär angesetzt sind. Sie bedürfen der Kooperation von Fachleuten unterschiedlicher Branchen. Das führt dazu, dass sie häufig auch in unternehmensübergreifenden gemischten Teams realisiert werden, die dann die wirtschaftliche Verwertung des Projektes gemeinschaftlich zu tragen haben.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die weniger innovativen Branchen, die aber als Kooperationspartner und Zulieferer für die Innovationen gebraucht werden, nicht zu vergessen. Zum einen sollten Sie in die interdisziplinären Teams integriert werden, zum anderen ist es auch wichtig, Ihnen angemessene Ansiedlungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Innovationskernen zu ermöglichen. So kann erfolgreiches Innovationsmanagement gelingen. 

Information

Mehr zum Bundesverband deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e. V. finden Sie auf www.innovationszentren.de.