Mit dem Anstieg erhöht sich die Zahl kostenintensiver Fehltage in den Betrieben. Mit gezielten Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements können Unternehmen gegensteuern.

Damit Unternehmensleitungen, Betriebsärzte oder Arbeitnehmervertreter gezielt reagieren können, gilt es, stressinduzierte Erkrankungen oder ein latentes Erkrankungsrisiko bei Mitarbeitern möglichst früh zu erkennen. Entscheidend sind dabei abgestimmte Maßnahmen zur Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit mit präventiven, kurativen und rehabilitativen Angeboten.

Der Begriff „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) steht für ein planvolles Vorgehen mit dem Ziel, die Belastungen für die Beschäftigten zu verringern und so die Ressource Mitarbeitergesundheit zu stärken.

Verschiedene Gründe, ein Problem

Die Gründe für die Zunahme der Erkrankungen sind vielfältig. Als arbeitsplatzbezogene Faktoren sind Arbeitsverdichtung, mangelnde Qualifizierung, Unter- und Überforderung und zunehmend komplexere Arbeitsaufgaben ebenso relevant wie kritische Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten oder Arbeitsplatzunsicherheit. Zudem nimmt die Zahl von Menschen, die trotz einer Erkrankung zur Arbeit gehen, stetig zu – mit den entsprechenden Auswirkungen wie Leistungsabfall und steigenden Fehlerquoten.

Die Zahl von Menschen, die trotz einer Erkrankung zur Arbeit gehen, nimmt stetig zu – mit den entsprechenden Auswirkungen wie Leistungsabfall und steigenden Fehlerquoten.

Stabilisierende Wirkung

Dass betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt, haben inzwischen auch viele Unternehmen erkannt. So zeigt eine Befragung der „Initiative Gesundheit und Arbeit“ (iga), dass mehr als 80 Prozent der Firmen, die ein betriebliches Gesundheitsmanagement einsetzen, dessen stabilisierende Wirkung schätzen. Die iga befragte 500 Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit 50 bis 500 Beschäftigten zu ihren Erfahrungen mit BGM.

2,5 Stunden wöchentlich investieren

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter darin unterstützen, Stressbewältigungsstrategien zu entwickeln und zu verbessern, können viel für ein gutes Arbeitsklima und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun und ganz nebenbei noch Geld sparen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene eine Aktivitätszeit von mindestens 2,5 Stunden wöchentlich, um einen gesundheitlichen Nutzen zu erreichen.