Herr Schindler, alle wollen gesund und fit arbeiten. Inwieweit sind Bewegung und Fitness wichtige Faktoren? 

Der Arbeitsalltag von Mitarbeitern ist durch Bewegungsarmut gekennzeichnet. Täglich werden oft mehr als sieben Stunden im Sitzen verbracht. Ob im Büro oder LKW, an der Maschine oder in Meetings. Lange Sitzzeiten gelten inzwischen jedoch als ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit von Millionen von Arbeitnehmern! Daher werden auch Lösungen zur Bewegungsförderung im BGF immer wichtiger und präsenter.

"Keine Zeit für Sport", "Zu müde nach der Arbeit“, „Keine Lust“,  – diese Ausreden höre ich häufig und sie zeigen nur eines: Dass rund neunzig Prozent aller Arbeitgeber noch kein nachhaltiges BGF installiert haben, bzw. sich wenig dafür Zeit nehmen. Dabei ist es durchaus möglich, Job und Bewegung perfekt miteinander zu vereinbaren. Dafür muss man aber neu und digital denken!

Psychische Krankheiten, wie Burnout kommen immer häufiger vor. Würden Sie sagen, es liegt an mangelnder Bewegung am Arbeitsplatz?

Nein, das ist definitiv das kleinste Problem. Es geht in erster Linie um psychische Belastungen und Ängste. Der Arbeits- und Leistungsaufwand in den Unternehmen wird immer größer, es wird immer mehr verlangt. Gleichzeitig bekommen die Mitarbeiter aber zu wenig Wertschätzung zurück. Jeder siebte hat im Kopf bereits gekündigt. Dazu gibt es nicht umsonst viele wissenschaftliche Studien.

Wenn der Mitarbeiter kein Markenbotschafter mehr ist, wird er auch keine gute Arbeit mehr leisten. Und wer sich eben jeden Tag an den Arbeitsplatz quält, wird auf Dauer krank.

Kann Physische Fitness quasi die Psyche positiv beeinflussen?

Sport ist sicher gut und spielt hier auf jeden Fall eine Rolle. Aber letztendlich geht es weniger um physische Fitness, als vielmehr um Persönlichkeitsbildung. Ich gehe so weit, dass ich diesen Bereich sogar als vierten Baustein im BGM fordere. Die Mitarbeiter müssen an sich glauben und selbstbewusst hinter dem stehen, was sie tun. Gleichzeitig ist Fehlerkultur hier ein wichtiges Stichwort.

In den meisten Firmen kann man es sich heutzutage doch gar nicht mehr leisten, Fehler zu machen. Die Mitarbeiter haben Angst davor. Aber genau das Gegenteil sollte der Fall sein. Menschen dürfen, ja sie sollen sogar Fehler machen. Nur so können sie sich entfalten, Persönlichkeit entwickeln und ihr eigenes Potential entdecken und für das Unternehmen positiv nutzen.

Was genau brauchen gesunde, motivierte Mitarbeiter noch, außer Bewegung am Arbeitsplatz?

Es ist wichtig, dass sie sich nicht alleine gelassen fühlen. Kommunikation spielt dabei eine der wesentlichen Rollen. Deshalb gibt es bei Profession Fit den Messenger, das Forum und das Blackboard. Hier können sich die Mitarbeiter untereinander austauschen und sich gegenseitig motivieren.

Von Unternehmensseite heißt Motivation für mich aber auch, dass die Firmen nicht nur ihren Schrott in den Köpfen der Mitarbeiter abladen. Es wird viel zu viel Negatives berichtet. Die Leute hören doch immer nur von Stellenabbau und Einsparmaßnahmen. Um dauerhaft motiviert zu bleiben, sind aber gute, positive Nachrichten entscheidend.

Profession Fit vereint unterschiedliche Module. Ist es wichtig alle anzuwenden, oder wird jedes individuell genutzt?

Klar ist es sinnvoll, alle Module anzuwenden. Viele Firmen suchen einfach nur Kurse. Aber das alleine reicht nicht. Im Gegenteil, damit erreichen Firmen genauso wenig wie die Krankenkassen mit Ihren Maßnahmen. Megathema ist unsere Telemedizin per App und Dashboard, sowie die Bereiche Kommunikation und Gamification. Letzteres findet in Form von Challenges statt, in denen sich Kollegen oder Abteilungen untereinander herausfordern können.

Gerade dieser spielerische Charakter animiert die Leute zum Mitmachen. Außerdem ist unser ganzheitliches Multikomponentensystem so aufgebaut, dass jeder Mitarbeiter die einzelnen Angebote nutzen kann, wo und wann er Zeit dafür findet. Erwähnenswert ist hier auch noch, dass alle unsere Module Leitfadenkonform sind und den Vorgaben des Gesetzgebers entsprechen. Wie sagte ein Krankenkassenvorstand: „Genau das suchten wir lange!“

Hand aufs Herz Herr Schindler ­– Wie sieht es mit der Umsetzung solcher Tools bei Ihnen im Unternehmen aus?

Unsere Mitarbeiter nutzen das System selbst fleißig. Da gibt es auch immer wieder die ein oder andere Challenge, z.B. beim Treppensteigen, wo es richtig heiß her geht. Darüber hinaus bieten wir aber noch viele andere Maßnahmen an. Kürzlich hat etwa jeder Mitarbeiter, der länger als ein halbes Jahr dabei ist, ein E-Bike im Wert von 3.000 Euro von uns bekommen. Außerdem haben wir eine betriebliche Krankenversicherung.

Mir ist wichtig, das, was ich erfolgreich in Firmen, meist eigentümergeführte Mittelständische Unternehmen, implementiere, auch zu leben und da gehört es dazu, dass meine Leute sich wohlfühlen und jeden Tag gerne in unseren Businesstower kommen. Ein großer Vorteil bei Profession Fit ist außerdem, dass der Inhaber auch der Inhaber ist. Bei vielen App-Anbietern steht ein großer Fond dahinter. Hier stehe ich selbst für alle Entscheidungen und Ideen ein.

Zufriedene Mitarbeiter sorgen für wirtschaftliche Erfolge - was muss sich in Zukunft in der Arbeitswelt ändern?

Genau das müssen die Unternehmen erkennen! In den Köpfen muss endlich ankommen, dass nur gesunde, motivierte Mitarbeiter auch gute Arbeit liefern können. Dazu gehört Wertschätzung. Von Profession Fit profitieren schließlich nicht nur die Angestellten, sondern vor allem auch die Unternehmen durch Senkung der Krankenfehltage und Einsparung horrender Kosten dafür. Ich bezweifle nur, ob dies schon bei vielen Unternehmen angekommen ist.

Information

Erfahren Sie mehr von Profession Fit auf www.profession-fit.de.