Schon heute fehlen in vielen Bereichen Fachkräfte, wie zum Beispiel in der Pflege, bei Ärzten oder in der Orthopädietechnik. Setzen sich die derzeitigen Trends am Arbeitsmarkt fort, könnte es in Zukunft zu einem flächendeckenden Engpass in den Pflege- und Gesundheitsberufen ohne Approbation kommen. Dies zeigen Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die beruflichen und Karrierechancen in dieser Branche sind dementsprechend groß.

Zukunftsorientierte, attraktive Ausbildungen und Studiengänge sind das Fundament der Fachkräftesicherung und Garant für eine gute Gesundheitsversorgung. Die Möglichkeiten für einen Karrierestart im Gesundheitswesen sind vielfältig: Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet in nichtakademischen Heilberufen, dazu gehören beispiels-weise Berufe in der Pflege, in Physio- oder Ergotherapie, Logopädie oder als Auszubildende zum Beispiel im modernisierten Ausbildungsberuf Notfallsanitäter. Zu den akademischen Heilberufen zählen neben Ärzten, Zahnärzten und Apothekern auch Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und auch Tierärzte. Die Berufsbezeichnung in Heilberufen darf nur mit einer Approbation oder Berufserlaubnis geführt werden.

Die Zuständigkeit für ärztliche Weiterbildungen liegt bei den Ärztekammern.

In einigen der nichtakademischen Gesundheitsfachberufe gibt es ein Angebot an dualen Studiengängen und die Möglichkeit einer akademischen Erstausbildung im Rahmen von Modellstudiengängen. Einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten auch die Fachkräfte in dual ausgebildeten Berufen. Dazu zählen unter anderem  Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Hörakustiker, Orthopädietechnikmechaniker oder auch pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte.

Hinzu kommen die Berufe, die nach jeweiligem Landesrecht ausgebildet werden, zum Beispiel in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder als staatlich geprüfte/-r Pflegeassistent/-in. Weiterbildung gewinnt in einer sich verändernden Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung. Das gilt auch für den innovativen Bereich der Gesundheitsbranche.

Quelle: *MONATSBERICHT 06-2016 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie  „Gesundheitswirtschaft: Gesamtdeutscher Wachstumsmotor“

Hier zeigt sich die Weiterbildungslandschaft sehr heterogen: So liegt die Zuständigkeit für ärztliche Weiterbildungen bei den Ärztekammern. Die berufliche Weiterbildung für nichtakademische Heilberufe, zum Beispiel in der Pflege, ist gekennzeichnet durch insbesondere landesrechtlich geregelte Fach-und Funktionsweiterbildungen (zum Beispiel für Fachkrankenpflege in Anästhesie und Intensivmedizin oder Pflegedienstleitung).

Für dual ausgebildete Berufe stehen bundesrechtlich geregelte Aufstiegsfortbildungen zur Wahl – beispielsweise zum/zur Meister/-in (zum Beispiel Augenoptikermeister/-in) oder Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen. Eine Vielzahl an Studiengängen wie Pflege- oder Gesundheitswissenschaften oder Stu-diengänge in der Medizintechnik ergänzen das Spektrum beruflicher Weiterqualifizierungsoptionen.

Steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen, Gesundheitswirtschaft als Hightech-Branche, neue Chancen durch den digitalen Wandel – die Gesundheitswirtschaft wächst und braucht gut qualifizierte Fachkräfte! Für 2017 rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit mindestens 140.000 neuen Stellen. Es gilt, dieses Berufsfeld insbesondere für die Berufe ohne Approbation attraktiv zu gestalten.