Stress wird in Körper und Psyche wahrgenommen und ist primär eine wichtige biologische Anpassungsreaktion unseres Organismus. Dauerstress jedoch kann sich in folgenden körperlichen und psychischen Symptomen zeigen: Ständiges Grübeln, Schlafstörungen, Entscheidungsschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, Angststörungen, Missbrauch von Alkohol und anderen Drogen.

Aber auch ständige Müdigkeit, gestörtes Essverhalten, reduzierte sexuelle Lust, diffuse körperliche Beschwerden, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen können Anzeichen für übermäßigen negativen Stress sein.

Folgeerkrankungen

Gestresste Menschen fühlen sich schnell gereizt und überlastet und mit alltäglichen Dingen oft überfordert. Sie befinden sich in einer so genannten „Stressspirale“ und schon kleinste Anlässe können „das Fass zum Überlaufen bringen“. Stressbedingt misslingt Entspannung und ein Gefühl von Erholung stellt sich nicht mehr ein.

Dies stellt eine Dauerbelastung für den gesamten Organismus dar und kann in Erschöpfungszuständen/Burnout- Syndrom, Depressionen, Angsterkrankungen, Suchterkrankungen oder somatoformen Störungen münden. Zeit etwas gegen den Stress zu tun, bevor es zu spät ist.

Personalisierte Stressmedizin

Für Betroffene, die in der Stressspirale gefangen sind, ist die Stressmedizin empfehlenswert, da sie als Bereich der Verhaltensmedizin sowohl auf die Diagnostik als auch auf die Prävention und Behandlung stressbedingter Erkrankungen und Beschwerden abzielt.

Dabei kombiniert das stressmedizinische Behandlungskonzept Therapieansätze aus den Fachgebieten Psychotherapie, Neurobiologie, Psychiatrie und Psychosomatik. Zudem erfasst die personalisierte Stressmedizin unter anderem auch die molekularen Besonderheiten, aus deren Grund Menschen verschiedene Krankheitsverläufe zeigen und unterschiedlich auf Medikamente reagieren.

Des Weiteren hilft sie, Therapien in ihrer Effizienz zu optimieren und die Prognose des Behandlungserfolges zu verbessern. „Wir haben heute sehr wirksame, evidenzbasierte Präventions- und Behandlungsmethoden zur Bewältigung von negativem Stress und Burnout-Syndromen. So bauen wir in der Behandlung unter anderem dysfunktionale Denk- und Verhaltensmuster ab und stressreduzierende Fertigkeiten und Ressourcen auf, “ betont Franziska van Hall, Ärztliche Direktorin der Stillachhaus Privatklinik in Oberstdorf.

Diagnostik von stressbedingten Folgeerkrankungen

Zur Untermauerung und Spezifizierung der Diagnose von stressbedingten Folgekrankheiten eignet sich unter anderem das Neuropattern™ Diagnostik Verfahren. Neuropattern™ misst biologische, psychische und körperliche Signale der Stressreaktion und setzt diese in Beziehung zueinander.

Diese Muster (Neuropattern) ermöglichen Rückschlüsse auf individuelle Fehlregulationen stressrelevanter Systeme, welche psychische und psychosomatische Erkrankungen auslösen und aufrechterhalten können. Neuropattern™ reflektieren dabei die Aktivität und Reaktivität bestimmter Instanzen des Stressreaktionsnetzwerkes im Gehirn.

Individualisierte stressmedizinische Therapie

Nach der Diagnostik wird ein spezifisches Behandlungskonzept erstellt. Franziska van Hall: „Hier empfehlen wir eine „maßgeschneiderte“, personalisierte Therapie mit individuellen, auf die Person abgestimmten stressmedizinischen Behandlungsverfahren. Dabei kombinieren wir ausgewählte, intensive psychotherapeutische Verfahren mit unterschiedlichen Entspannungsverfahren, Sport- und Bewegungstherapien sowie physiologischen Interventionen.

Weitere Informationen unter: www.stillachhaus.de/stressmedizin/