Auch für Unternehmen lohnt es sich: Wer in die Vorsorge investiert, hält seine Mitarbeiter langfristig leistungsfähig.

Jeweils fünf Mitarbeiter nehmen an einem 400-Meter-Lauf auf dem Betriebsgelände teil. Im Anschluss werden sie von Dr. Jürgen Siebenhünen, Leistungsdiagnostiker bei der UBGM-Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement, an der Mess-Station in Empfang genommen.

Wir haben klar kommuniziert, dass der Arbeitgeber keine Daten aus den Check-Ups erhält; wir organisieren lediglich die Anmeldungen

Für den Laktat-Ausdauer-Test ist das nötige Equipment vorbereitet: Eine Assistentin entnimmt bei den einzelnen Mitarbeitern nacheinander jeweils einen Bluttropfen vom Ohrläppchen, womit innerhalb von wenigen Minuten der Laktatwert bestimmt und ausgewertet werden kann.

Der Gruppentest kann sehr genaue Aussagen über die konditionelle Fitness einer Person treffen. Der Leistungsdiagnostiker überreicht jedem Mitarbeiter eine Auswertung seines aktuellen Fitness-Zustandes, erläutert die Testergebnisse und gibt Empfehlungen, wie jeder sein Training künftig gesundheitsförderlicher gestalten kann (Eine Auswahl der Gesundheitschecks erhalten Sie unter: www.gesundheitsmanagement24.de/gesundheitstage/gesundheitschecks).

Dieser Gesundheits-Check bei dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR), das bundesweit insgesamt rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat im Rahmen der jährlichen Aktionstage mit dem Schwerpunkt Bewegung stattgefunden. 1.100 Mitarbeiter haben daran teilgenommen. Auf Basis ihrer selbst eingeschätzten Fitness haben sich die Mitarbeiter vor Beginn dieses Checks in Sportler oder Einsteiger eingruppiert.

Die Sportler haben den 400-Meter-Lauf mit anschließender Laktatleistungsdiagnostik und die Einsteiger einen sechsminütigen Gehtest absolviert. „Die Hemmschwelle zur Teilnahme ist niedrig, auch, weil die Mitarbeiter auf Gleichgesinnte treffen. Wir wollen auch diejenigen zum Mitmachen motivieren, die nicht so sportlich sind“, sagt Sandra Flink vom DLR.

Um positive Veränderungen messbar zu machen, folgt grundsätzlich auf jeden Test ein gesundheitsförderliches Angebot, zum Beispiel ein Schrittzähler-Wettbewerb, und im Anschluss ein erneuter Check: „Wenn man versteht, wie sich die eigenen Gesundheitsparameter positiv beeinflussen lassen und persönliche Erfolge sichtbar werden, motiviert das enorm“, sagt die Leiterin des Gesundheitsmanagements.

Kein Gießkannen-Prinzip

Auch bei der Hansewerk AG mit rund 2.000 Mitarbeitern stehen die mobilen Gesundheitschecks auf dem jährlich stattfindenden Health-Safety-Environment-Tag auf dem Programm. In der Zusammenarbeit mit der UBGM wurden im letzten Jahr an 17 Standorten unter anderem der Muskelfunktionstest und der Stress-Test durchgeführt.

„Wir bieten mehrere Screenings, die jeweils nur rund 20 Minuten pro Mitarbeiter dauern, an einem Tag an. Das ist sehr effektiv“, sagt Sebastian Düren, betriebsinterner Gesundheitsberater. Für den regional aufgestellten Energiedienstleister sind mobile Check-up-Systeme, die quasi in den jeweiligen Standort fahren können, sehr flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse und Belastungen anpassbar. Düren: „Wir haben einen hohen Anteil an gewerblichen Mitarbeitern in unserer Belegschaft.

Der Muskelfunktionstest zur Feststellung möglicher Muskeldysbalancen, die zu Verspannungen und Bewegungsstörungen führen können, ist daher sinnvoll.“

Datenschutz erhöht Akzeptanz

Wichtig für die Akzeptanz der mobilen Angebote sind die Kommunikation im Vorfeld, die Einbindung des Betriebsrates und der strenge Datenschutz. „Wir haben klar kommuniziert, dass der Arbeitgeber keine Daten aus den Check-Ups erhält; wir organisieren lediglich die Anmeldungen“, sagt Sandra Flink. In einer Forschungseinrichtung mit einem hohen Anteil an Wissenschaftlern sei die Datensicherheit entscheidend für das Vertrauen der Mitarbeiter in das Gesundheitsmanagement.

Sebastian Düren von den Hanse Werken ist überzeugt, dass darüber hinaus das Thema Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit kommuniziert werden muss: „Wir machen unseren Mitarbeitern ein Angebot zur Steigerung ihrer Lebensqualität durch Gesundheitsvorsorge. Nach jedem einzelnen Test wissen sie, wo sie stehen und wohin sie sich entwickeln können.

Welche persönlichen Ziele sie daraus ableiten, liegt in ihrer Hand.“ Seiner Erfahrung nach kommen die mobilen Checks auch deshalb durchweg gut an, weil es sich um ein geschlossenes, einfaches Konzept handelt: „Nach jedem Test gibt es sofort ein konkretes Ergebnis mit Trainingsempfehlungen, und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind für den Mitarbeiter greifbar.“

Dr. Siebenhünen legt Wert darauf, das jeweilige Testergebnis verständlich und verständnisvoll zu vermitteln: „Wir gehen stets empathisch vor, sind humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger unterwegs.“