Um die richtigen Angebote im Bereich Corporate Health aufzusetzen, muss sich jedes Unternehmen zunächst zwei Fragen beantworten. 1. Welchen Belastungen sind meine Mitarbeiter ausgesetzt? 2. Welche Ziele soll die Prävention erfüllen? Die häufigsten Antworten auf Frage 1 sind aktuell eine steigende Komplexität und die rasante Geschwindigkeit der Veränderungen durch die Digitalisierung. Daraus resultiert immer häufiger ein Gefühl der zunehmenden Überforderung. Bei Frage 2 sind es die langfristige Gesunderhaltung und die Sicherung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Die Erfahrung zeigt, dass weder der Obstkorb, Zuschüsse zum Fitnessstudio, ein Gesundheitstag oder der alljährliche Betriebsausflug das Gefühl der Überforderung verhindern. Und die Problematik verschärft sich: Im Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse werden die Psychischen Störungen zum ersten Mal an Nummer 1 der Krankenfehltage geführt.

 

Der neue Darwinismus

Für die Zukunft benötigen wir effiziente Anpassungsstrategien und gut ausgeprägte Kompetenzen der Selbstführung, um mit der sich verändernden Welt entspannt und möglichst stressfrei umgehen zu können.  Die Verpflichtung besteht gleichermaßen auf Seiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Arbeitgeber sollten Angebote schaffen, Arbeitnehmer sind aber auch zunehmend verpflichtet, sich um die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu kümmern.

 

Konkrete Maßnahmen für mehr Gesundheit

Auf Unternehmensebene sollten regelmäßig psychische Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden. Dabei sollten Unternehmen ein einfaches Testinstrument wählen. Dann lässt sich die Gefährdungsbeurteilung auch mit kleinem Budget umsetzen. Durch nachgelagerte Workshops mit den Mitarbeitern steigern sich das Gefühl von Mitsprachemöglichkeiten und der Wohlfühlfaktor.

Ein weiterer Schritt ist die Team- bzw. Abteilungsebene. 75% der Mitarbeiter sagen, dass die Führungskraft einen Einfluss auf die eigene Gesundheit und das Wohlfühlgefühl hat. Nach neuesten Umfragen sehen die Führungskräfte selbst das Thema ‚Gesund Führen‘ als wichtigstes Führungsthema der nahen Zukunft. Deshalb sollten alle Führungskräfte zu diesem Thema geschult werden.

Die dritte und wichtigste Ebene für Leistungsfähigkeit und Gesundheit ist die individuelle Prävention. Die Krankenfehltage im Report der TKK zeigen eine eindeutige Entwicklung. Da psychische Belastungen aber zum Beispiel für 80 % der Rückenbeschwerden und für viele weitere Erkrankungen wie Atemwegsinfektionen oder Magen-/Darmbeschwerden etc. verantwortlich sein können, verschiebt sich die Statistik nochmal deutlich. Hier empfiehlt sich das Stresspräventionsmodell nach Kaluza in Verbindung mit einem individuellen Stressdiagnostik-Test. Das Erkennen der eigenen Risikofaktoren und das Aufzeigen von Optimierungspotenzialen dokumentiert in den letzten Jahren einen eindeutigen Vorsprung zu herkömmlichen Stresspräventions-Konzepten. Die Durchführung aller drei Ebenen führen zu einer positiveren Unternehmenskultur, mehr Leistungsfähigkeit, Motivation und Attraktivität für aktuelle und neue Mitarbeiter. 

 

Über den Autor

Holger Kracke, Experte für gesunde Leistungsfähigkeit, Speaker, Autor, Vorsitzender des Deutschen Bundesverbandes für Burnout-Prävention e.V.-  HIer erfahren Sie mehr!