Resilienz beschreibt die innere Stärke, die seelische Widerstandskraft, die dabei unterstützt, stabil zu bleiben, wenn es schwierig wird. Sie lässt sich mit dem tiefen Schwerpunkt eines Segelbootes vergleichen, durch den es in jeder Wetterlage stabil bleibt. Resilienz lässt sich jederzeit entwickeln – unabhängig vom Lebensalter und der Lebenssituation. Die sieben Resilienzfaktoren können auch als sieben Wege zu mehr Resilienz verstanden werden. Manche der Namen dieser Wege klingen vertraut, etwa Akzeptanz, Optimismus und Zukunftsorientierung.

Achtsamkeit unterstützt dabei, stressverschärfende und stressreduzierende Muster zu entdecken – und wenn nötig zu verändern. Die Übungen des Achtsamkeitstrainings bieten nicht nur eine gute Möglichkeit, sich im Berufsalltag zu entspannen, sondern sind auch ein nachhaltiger Weg, um mehr Gelassenheit zu entwickeln. Man verfängt sich nicht mehr im Strudel der eigenen Gedanken, sondern bleibt fokussiert bei den Dingen, die wichtig und hilfreich sind. Achtsamkeit lässt sich in einem achtwöchigen Kurs MBSR – Stressbewältigung durch Achtsamkeit lernen. Situationen, in denen es schwierig wird, sind dann eine willkommene Gelegenheit, Achtsamkeit zu praktizieren. Man surft auf den Wellen des Lebens, statt gegen sie anzukämpfen.

Eine ausgeprägte Selbstregulation unterstützt dabei, sich von negativen Ereignissen nicht länger als notwendig beeinträchtigen zu lassen. Wir kommen schnell wieder ins Gleichgewicht. Statt den Ärger aus dem Büro mit nach Hause zu nehmen, lassen wir ihn spätestens an der letzten Haltestelle zurück. Er kann bis morgen auf uns warten. Mit Entspannungstechniken kann man die Selbstregulation trainieren. Mit diesen Übungen gelingt es uns, nach einem anstrengenden Tag aufzutanken – oder sich in der Mittagspause Kraft für den zweiten Teil des Tages zu holen.

Autogenes Training nach J. H. Schultz ist eine wissenschaftlich fundierte Entspannungstechnik, die im Büro gut angewendet werden kann. Die Übungen bestehen aus sieben Formeln. Um den Zustand der Tiefenentspannung zu erreichen, werden diese Formeln in Gedanken wiederholt. Durch diese Form der Autosuggestion ist das Üben von außen nicht erkennbar und kann daher auch unterwegs oder in Meetings angewendet werden. Autogenes Training lässt sich schnell und effektiv in einem Gruppentraining erlernen.

Progressive Muskelentspannung nach E. Jacobson ist ein weiteres klassisches Entspannungsverfahren. Diese Methode funktioniert über das systematische Anspannen und Entspannen der Muskulatur. Die progressive Muskelentspannung kann leicht in einem Gruppentraining erlernt werden. Der erreichte Entspannungszustand ist jedoch nicht so tief wie beim autogenen Training. Die Übungen der ersten Ebene sind immer mit einem Anspannen der Muskulatur verbunden, sodass für den Büroalltag eher die Kurzform geeignet ist. Diese besteht aus dem aktiven Anspannen des ganzen Körpers und kann etwa im Fahrstuhl durchgeführt werden.

Auch für die Entwicklung der weiteren Resilienzfaktoren Selbstwirksamkeit, Zukunftsorientierung und Netzwerkorientierung gibt es Übungen für den Alltag. Das Konzept ist sehr kraftvoll, denn es ermöglicht die Entwicklung von Ressourcen auf ganz unterschiedlichen Wegen – und man beginnt einfach da, wo man sich gerade befindet. Und wenn man gerade auf dem Bahnsteig steht und auf den Zug nach Hause wartet, dann beginnt man eben genau dort.

Informationen

Claudia Kunze ist Trainerin, systemische Beraterin und Coach aus Berlin und begleitet Menschen und Unternehmen im Bereich der psychosozialen Gesundheit.

Mehr Informationen und Übungen für mehr Resilienz, Glück und Lebensqualität gibt es in ihrem Blog und im Podcast „Was mich glücklich macht.“ auf der Webseite www.claudiakunze.de/podcast