Nicht selten kommen durch das angestrengte Arbeiten am PC nach einiger Zeit auch Beschwerden in Händen und Armen hinzu. Diese tägliche Tortur führt dazu, dass Millionen Menschen sich immer wieder mit Rückenschmerzen krankmelden müssen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2018 liegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems an der Spitze der Ursachen für krankheitsbedingte Fehltage aller Arbeitnehmer. Doch wie kann man diesen Teufelskreis durchbrechen und Rückenschmerzen nachhaltig bekämpfen?

Rückenschmerzen verstehen

Wer Rückenschmerzen verhindern möchte, muss verstehen, wie sie entstehen können. Neben einseitiger Belastung führen Übergewicht, mangelnde Bewegung, Überlastung sowie schwache Rücken- und Bauchmuskulatur dazu, dass die Muskeln sich verspannen, verkürzen und gereizt werden. Auch die Funktion der bindegewebigen Hüllen von Muskeln, der sogenannten Faszien, wird dabei in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge sind Schmerzen, die chronisch werden können. Um das zu verhindern, gilt es, im Büroalltag einige Tipps und Tricks zu beachten.

Für Entspannung sorgen

Das Büro ist oft ein besonders bewegungsarmes und zusätzlich sehr hektisches Umfeld. Viele Termine, nahende Deadlines und lange To-do-Listen sorgen für Stress. Der schadet nicht nur unserer Psyche, sondern sorgt auch dafür, dass der Körper verspannt. Die Folge: Die Schultern werden hochgezogen und der Rücken wird krumm. Auf diese Weise haben Rückenschmerzen leichtes Spiel. Um der verkrampften Haltung zu entgehen, sind kurze Pausen sinnvoll. Meist bemerkt man erst dann die unnatürlich eingenommene Haltung. Mit leichten Dehnübungen lässt sich dieser entgegenwirken. Ratsam ist es zum Beispiel, die Schultern nacheinander nach hinten unten kreisen zu lassen oder sich im Stehen mit den Händen in Richtung Decke zu strecken.

Mehr Bewegung in den Alltag bringen

Als Hauptursache für Rückenschmerzen gilt ein bewegungsarmer Lebensstil. Dieser manifestiert sich oftmals bei der Arbeit, da diese über lange Zeit im Sitzen ausgeführt wird. In dieser Haltung verweilen viele bis zu zehn Stunden am Tag. Das muss nicht sein: Mehr Bewegung lässt sich nicht nur auf dem Hin- und Rückweg zur und von der Arbeit integrieren. Viele wählen hier etwa das Rad oder treten den Arbeitsweg zu Fuß an. Auch im Büro finden sich Wege, den Körper durchzubewegen. Ein Gang in die Küche, zu Kollegen oder in der Mittagspause ist sinnvoll, um das lange und monotone Sitzen zu unterbrechen. Zusätzlich werden Kreislauf und Durchblutung angeregt. Durch die verbesserte Sauerstoffversorgung steigt außerdem die Konzentration.

Den Arbeitsplatz rückenfreundlich gestalten

Bis zu 80.000 Stunden verbringt ein Angestellter im Laufe seines Lebens im Sitzen. Essenziell ist es daher, den Arbeitsplatz möglichst rückenfreundlich zu gestalten. Sinnvoll sind Sitzmöbel, die den Körper optimal unterstützen und individuelle Einstellmöglichkeiten zulassen. Die Füße sollten den Boden berühren können und das Becken muss stets höher als die Knie gelagert sein. Sogenannte Aktiv-Büromöbel ermöglichen dem Rücken zusätzlich ein Mehr an Bewegung. Sie animieren zum Beispiel durch das Pendelprinzip zu häufigen Haltungs- und Positionswechseln.

Die Aktion Gesunder Rücken zeichnet mit ihrem Gütesiegel seit vielen Jahren besonders rückengerechte Alltagsgegenstände aus. Einen ergänzenden Überblick zum Sitzen im Büro gibt es unter www.agr-ev.de/sitzen-buero. Auch beim Schreibtisch sind Variationsmöglichkeiten sinnvoll. Die Unterarme sollten zum Beispiel flächig auf der Tischkante aufliegen können. Optimal ist auch ein Tisch, der das Arbeiten im Stehen ermöglicht.