Und auch, wie sehr Schlafstörungen die Gesundheit strapazieren können. Führungskräfte neigen dazu, Müdigkeit einfach zu ignorieren, da müde sein für viele nicht ins Bild des Erfolgs passt. Viele Manager brüsten sich regelrecht damit, wenn sie die Nacht zum Tage gemacht haben. Ein fataler Fehler, denn wer auf Dauer zu wenig schläft, kann Konzentrationsstörungen entwickeln und steigert zudem das Risiko für Diabetes, Stresserkrankungen und Depressionen.

Viele Manager brüsten sich regelrecht damit, wenn sie die Nacht zum Tage gemacht haben.

Wie viel Schlaf ist normal?

Das „normale“ Schlafmaß gibt es nicht. Großteils bestimmen Erbanlagen den Schlafbedarf. Erwachsene schlafen durchschnittlich sieben bis acht Stunden. 7,5 Stunden gelten als optimale Schlafdauer – sie verspricht das längste Leben. Es gibt aber auch Menschen, die sich schon nach fünf Stunden Schlaf gut erholt fühlen, während andere über zehn Stunden benötigen, um tagsüber frisch zu sein. Fazit: Die Dauer des nächtlichen Schlafs ist individuell. Hören Sie auf Ihren Körper!

Das Büro im Kopf

Neben denen, die zu wenig schlafen, gibt es auf der anderen Seite die Führungskräfte, die unter Schlafstörungen leiden. Auch wenn es kein einheitliches Krankheitsbild gibt, kann man Schlafstörungen grob in vier Gruppen einteilen: Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen), Hypersomnie (übermäßige Tagesschläfrigkeit), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (beispielsweise durch Jet-lag oder Schichtarbeit) sowie Parasomnie. Bei letzterer Form handelt es sich um schlafgebundene Störungen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen oder Alpträume.

Die Gründe für Schlafstörungen sind genauso vielfältig wie die Krankheitsbilder.

Bewiesen ist jedoch, dass Führungskräfte den Stress des Tages häufig mit nach Hause und auch abends mit ins Bett nehmen. Sie können einfach nicht abschalten, was ihnen den dringend notwendigen Schlaf raubt. Umso wichtiger ist es also den Ursachen für die Schlafprobleme auf den Grund zu gehen, bevor Medikamente eingenommen werden.  Bei ernsthaften, anhaltenden Schlafstörungen empfiehlt die Bundesärztekammer, einen Arzt aufzusuchen.

Von der Eigenbehandlung - insbesondere mit Schlafmitteln – wird sogar dringend abgeraten.

Einschlafprobleme ade

Ein regelmäßiger Tagesrhythmus mit regelmäßigen Mahlzeiten hilft dem Körper, sich besser auf den Schlaf vorzubereiten. Sportliche Aktivitäten sollten möglichst nicht am späten Abend erfolgen und nicht bis zur Erschöpfungsgrenze betrieben werden. Bei Einschlafstörungen sollte zudem auf koffeinhaltige Getränke sowie schwere Mahlzeiten am Abend verzichtet werden.

Spaziergänge, ruhige Musik und Gespräche vor dem Zubettgehen entspannen hingegen. Wer nicht einschlafen kann, weil er befürchtet, die am folgenden Tag anstehenden Aufgaben nicht bewältigen zu können, sollte sich diese jeden Abend notieren. Ein Überblick über die Aufgaben schafft Klarheit und wirkt Stress häufig entgegen.

Tipps für einen gesunden Schlaf

Hinterfragen Sie Ihre Schlafprobleme: Was hindert mich am Schlafen? Manchmal sind es ganz banale Dinge, die den Schlaf stören. Ob das Flimmern des Fernsehers, Straßenlärm, oder zu grelles Licht, beispielsweise durch eine Straßenlaterne. Ist es eins dieser banalen Dinge? Räumen Sie es aus!

Ein Schlaftagebuch kann helfen. Notieren Sie: Einschlaf- und Aufwachzeiten, Dauer des Wachliegens, Aufwachgründe, Schlafqualität und außergewöhnliche Tagesereignisse.

Trainieren Sie den Schlafrhythmus: Gehen Sie möglichst oft zur selben Zeit ins Bett und stellen Sie morgens den Wecker immer auf die gleiche Uhrzeit - so schläft sich's besser.

Machen Sie es sich gemütlich und sorgen Sie für eine angenehme Umgebung. Für einen gesunden Schlaf ist der Schlafraum sehr bedeutend. Das Zimmer sollte ruhig und dunkel sein und die Temperatur bei etwa 18 Grad liegen. Die Bettdecke soll der Jahreszeit angemessen und die Matratze weder zu hart noch zu weich sein.