Suchtkrank bedeutet, in einer Abhängigkeit durch den Konsum psychotroper Substanzen zu stehen. Hier beträgt die Prävalenz für Alkoholabhängigkeit 35 Prozent (mehr Männer als Frauen), für Medikamentenabhängigkeit 2,9 Prozent (mehr Frauen als Männer), und geschätzt sind knapp 300.000 Menschen in Deutschland von illegalen Drogen abhängig. Gemäß der Definition der World Health Organization (WHO) zählen suchtkranke Menschen zu den Personen mit einer „seelischen Behinderung“.

Suchterkrankungen kennen keine Altersgrenzen. Es kann jeden treffen- jung und alt.

Sucht am Arbeitsplatz

Riskanter Konsum von Alkohol, illegalen Drogen oder Medikamenten bleibt nicht vor den Eingangstüren von Unternehmen oder Behörden außen vor. Die Auswirkungen riskanten Konsums begleiten Betroffene in allen Lebensbereichen, und der Arbeitsplatz stellt keine Ausnahme dar.

Auch Arbeitgeber müssen Verantwortung übernehmen

Jedes Unternehmen hat eine soziale Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber – zugleich haben sie auch ein eigenes Interesse an der Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen im Sinne der Gesundheitsförderung: Schwankende Arbeitsleistungen und erhöhte Fehlzeiten bis hin zu gesteigerten Unfallquoten zählen neben Produktionsausfällen zu den Risiken und Schäden, die nicht zuletzt durch beispielsweise riskanten Alkoholkonsum am Arbeitsplatz ausgelöst werden.

Sucht kennt kein Geschlecht

Zeiten ändern sich. Während vor einigen Jahren Drogenmissbrauch und Alkoholabhängigkeit eher ein Männerproblem war, hat sich dieser Trend inzwischen verschoben: Heute sind ein Drittel der Abhängigen von illegalen Drogen und Alkohol Frauen. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen aufgrund einer Alkoholvergiftung steigt bei Mädchen und jungen Frauen kontinuierlich an.

Aber nicht nur junge Frauen sind betroffen. Auch ältere Frauen sind gefährdet, alkoholabhängig zu werden beziehungsweise gesundheitliche Schäden durch Alkoholmissbrauch davonzutragen. In den letzten Jahren nahmen in deutschen Krankenhäusern die Fälle von Leberzirrhose, von Verhaltens- und psychischen Störungen bei Frauen erheblich zu.

Sucht kennt keine Altersgrenzen

Immer mehr Menschen sind auch im Alter von Suchterkrankungen betroffen. Rund 400.000 Deutsche über 60 Jahre haben laut dem Bundesministerium für Gesundheit ein ernsthaftes Alkoholproblem. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der älteren Menschen mit Suchtproblemen sogar noch steigen wird.

Therapiemöglichkeiten bei Suchterkrankungen

So individuell wie die Sucht sind auch die Therapiemöglichkeiten. Meist steht jedoch vor der sogenannten Entwöhnungsbehandlung die Entgiftung, worunter der abrupte Entzug von einem Suchtmittel zu verstehen ist. Die Entgiftung findet in den meisten Fällen im Rahmen eines mehrtägigen stationären Aufenthaltes in einer auf die Sucht spezialisierten Einrichtung statt.

Die Psyche steht im Vordergrund

Da eine Suchterkrankung neben der körperlichen Beeinträchtigung vor allem eine
psychische Erkrankung ist, beginnt nach der körperlichen Entgiftung eine mehrmonatige Entwöhnungstherapie. Dabei sollen die Hintergründe des Suchtmittelmissbrauchs erkannt werden und neue Möglichkeiten der Lebens- und Problembewältigung erlernt werden. Die erreichten Therapieziele werden durch die Nachsorge, beispielsweise im Rahmen von Selbsthilfegruppen, stabilisiert.