Die Folgen sind verheerend. Viele Arbeitnehmer fühlen sich überfordert, leiden an dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen und verlieren nicht zuletzt an Lebensqualität. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten drohen unser Gesundheitssystem zu überlasten und treiben Ausgaben explosionsartig in die Höhe. Krankschreibungen in deutschen Unternehmen steigen nach wie vor und verursachen Verluste in Milliardenhöhe. Doch was tun?

Stressventil Bewegung

In meinen Firmenvorträgen nutze ich gerne folgende Metapher: Wenn Sie ein Kaninchen in eine Sackgasse jagen und es keine Möglichkeit mehr hat zu entfliehen, wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt erleiden. Kann es entkommen, wird es „dem Stress davonlaufen“. Bewegung ist das beste Ventil, um Stress abzulassen, und ich behaupte, dass viele Menschen nicht nur in einer Sackgasse stecken, sondern ihnen auch das Stressventil „Bewegung“ fehlt. Bewegen Sie sich deshalb, wann immer es geht. Meiden Sie Bewegungsfallen wie Rolltreppen und Aufzüge und gehen Sie kurze Strecken einfach mal zu Fuß. Auch am Arbeitsplatz können Sie einiges tun. Installieren Sie Ihren Drucker doch in einem anderen Raum. Vielleicht sogar in einem anderen Stockwerk? Und falls es mehrere Toiletten in Ihrem Unternehmen gibt, muss es ja nicht immer die am nächsten gelegene sein. Für mehr Bewegung im Alltag empfehle ich kurze Übungen. Durch viel Sitzen verkürzen unsere Hüft- und Beinbeuger. Das Ergebnis:  Rückenbeschwerden. Nach Expertenschätzung könnten 90 Prozent aller Bandscheibenoperationen verhindert werden, wenn die Betroffenen präventiv an ihrer Mobilität arbeiten würden.

Für mehr Bewegung im Alltag

Ich empfehle kurze Übungen. Acht Minuten, die Sie überall und ohne Hilfsmittel, auch am Arbeitsplatz durchführen können.

Beispiel: Machen Sie acht Intervalle à 20 Sekunden. Kniebeugen, gefolgt von zehn Sekunden Pause. Direkt im Anschluss können Sie nun Trizepsdrücken nach dem gleichen Prinzip durchführen. Diese Intervallmethode nennt sich Tabata. Es gibt inzwischen unzählige Tabata-Timer kostenlos als App.

Zu dem Intervalltraining geht es hier lang.

Nach den Intervallen empfehle ich zwei Mobilisationsübungen:

  1. Five-Move
  2. Rumpfbeuge

Zu den Mobilisationsübungen geht es hier lang.

Diese beiden Übungen sollten Sie am besten täglich, unabhängig vom Acht-Minuten-Work-out, durchführen, da Sie so Rückenbeschwerden entgegenwirken und sie sogar lindern können.

Nach Einschätzung von Five-Gründer und Physiotherapeut Wolf Harwath könnten 90 Prozent aller Bandscheibenoperationen verhindert werden, wenn die Betroffenen präventiv an ihrer Mobilität arbeiten würden. Fehlende Mobilität führt zwangsläufig zu Rückenbeschwerden, so sein Credo.

Die besten 5 Anti-Stress-Tipps

  1. Bewegen Sie sich mehr.
  2. Belasten Sie Ihren Körper mit kurzen Intervallen.
  3. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen.
  4. Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein.
  5. Sagen Sie auch mal Nein.

Muskeln sind Ihre Freunde

Wussten Sie, dass wir ab dem 30. Lebensjahr bis zu einem Prozent Muskelkraft im Jahr einbüßen, wenn wir nicht aktiv mit Krafttraining gegensteuern?

Wenn ich mich auf nur einen Trainingstipp beschränken müsste, wäre es folgender: Erhalten Sie sich Ihre Oberschenkelkraft bis ins hohe Alter! Sie ist es, die Sie mobil hält, die Sie am Leben teilhaben lässt. Wenn Sie keine Kraft mehr in den Oberschenkeln haben, dann geht es rapide abwärts mit Ihrer Lebensqualität. Und das nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

Deshalb sollte jeder Mensch aktiv an seiner Muskulatur und insbesondere an seiner Oberschenkelkraft arbeiten. Auch die Damen! Häufig haben Frauen Angst, dass sie nach kurzer Zeit aussehen wie Arnold Schwarzenegger, doch diese Angst ist unbegründet. Zum einen ist das männliche Sexualhormon Testosteron für Muskelaufbau nötig, von dem Frauen nur circa zehn Prozent bilden, und zum anderen erklärt sich die anfänglich „rasche“ Entwicklung der Muskulatur damit, dass unser Körper über einen sogenannten „Memory-Effekt“ verfügt. Unser Körper erinnert sich an Muskeln, die er einmal hatte. Diese baut er schnell wieder auf. Danach wird es schwer. Ein gutes Beispiel hierfür führe ich in meinen Vorträgen an: der Gipsverband.

Hatten Sie mal einen Gips? Über Wochen? Wie sah der Körperteil aus, als der Gips runterkam? Dünn? Und was haben Sie dann gemacht? Physiotherapie? Also Krafttraining. Und in kürzester Zeit hat der Muskel – in nahezu allen Fällen – wieder die Fülle und Kraft wie vor dem Gipsverband.

Genau deshalb sage ich auch: Wer viel sitzt, sich wenig bewegt und seine Muskeln nicht benutzt, lebt im Ganzkörpergips.

Positive Eigenschaften von Muskeln

  • Muskeln geben uns Kraft bis ins hohe Alter.
  • Muskeln beugen Dysbalancen vor.
  • Muskeln stabilisieren und entlasten Rücken und Gelenke.
  • Muskeln beugen Osteoporose vor.
  • Muskeln straffen Haut und machen eine knackige Figur.
  • Muskeln verbrennen Fett – auch in Ruhe.
  • Muskeln senden positive Botenstoffe, sogenannte Myokine, aus.

Achten Sie gut auf Ihren Körper, es ist der einzige, den Sie haben.