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Travel Management: Jeden Tag neue Aufgaben

Panta rhei, alles fließt. Was für ein Gemeinplatz, aber für das Travel Management trifft er zweifellos zu. Was immer an neuen Themen in der Reisebranche auftaucht – Travel Manager oder die buchende Büroassistenz werden schnell damit konfrontiert. Schließlich besteht ihr Kundenstamm in erheblichem Maß aus professionellen Vielreisenden, die Augen und Ohren offen halten.

Neue Ansprüche

Share Economy zum Beispiel, die semiprofessionelle Nutzung privater Ressourcen. Unternehmen wie Uber (Taxi-Fahrdienste) oder Airbnb (Zimmervermittlung), aber auch etablierte Carsharing-Anbieter stellen klassische Geschäftsmodelle infrage. Geschäftsreiseverantwortliche stehen vor der Aufgabe abzuwägen, was diese Angebote ihnen bringen, inwieweit also Kostenersparnisse die Bedenken überwiegen, beispielsweise Sicherheits- und Prozessfragen.

Erste Ergebnisse der VDR-Geschäftsreiseanalyse 2015 zeigen, dass die Auseinandersetzung mit diesen Themen in vollem Gange ist. Allerdings hält sich die Begeisterung in Grenzen: Mehr als die Hälfte der Befragten in Großunternehmen lässt keine Buchungen von Carsharing-Autos zu. Und nur in etwa jeder dritten Firma ist es erlaubt, die Übernachtung auch über Airbnb zu buchen oder einen Share-Economy-Fahrdienst zu ordern. Das ist ein Beispiel von der Oberfläche des verfügbaren Angebots.

Dazu kommt eine ganze Reihe tief greifender Herausforderungen. So kommt die Babyboomer-Generation in die Jahre. Die Reisenden werden älter und stellen andere Ansprüche an sichere, komfortable und produktive Geschäftsreisen.

Zudem finden sich Travel Manager mitten im „War for Talents“ wieder und müssen zusehen, dass ihre Geschäftsreisepolitik hoch qualifizierte Bewerber überzeugt. Das heißt: Außer den klassischen Aufgaben, Kosten und Prozesse im Blick zu behalten, rücken die Reisenden und ihre Bedürfnisse stark in den Blick.

Und dann die politischen und gesetzlichen Rahmen. Der zunehmende Datenhunger der USA etwa öffnet Tür und Tor für zunehmende Unternehmensspionage und Wettbewerbsverletzungen.

Travel Manager müssen sich darum kümmern, dass Arbeitgeber und Datenschützer im Unternehmen wissen, wo welche Daten der Reisenden sind.Auf lokaler Ebene schlagen sich Reiseverantwortliche damit herum, wie zum Beispiel die Kulturförderabgabe in Köln (die „Bettensteuer“), mit ihrem bürokratischen Wahnsinn effektiv zu managen ist.

Dazu kommen Passagierrechte, die 2015 neu geregelten Interbankenentgelte für Firmenkreditkarten und immer wieder die Kerosinzuschläge, die seltsamerweise nicht sinken, obwohl der Ölpreis einen Tiefstand nach dem anderen erreicht.

Der Job des Travel Managers

Travel Manager werden fast jeden Tag mit neuen Themen konfrontiert. Dabei haben sie in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe grundlegender neuer Aufgaben übernommen. Sie haben ihren angestammten Aufgabenbereich, das kosten- und prozessorientierte Managen von Firmenreisebudgets, beispielsweise um das Management von Fuhrparks erweitert, und sie kümmern sich in zunehmendem Maß um Konferenzen und Veranstaltungen (MICE).

Auch Streikfolgen, Maut, Umweltzonen und Fragen der Corporate Social Responsibility gehören längst zum täglichen Geschäft.

Die klassische Reisestelle gibt es kaum noch. Geschäftsreisen von morgen werden durch beratende Rundum-Mobilitätsdienstleister organisiert. Quadratur des Kreises? Eierlegende Wollmilchsau? Gar nicht so falsch. Wir arbeiten dran.

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