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Frauen in die Technik

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“, forderte der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy anlässlich seines Amtsantritts 1961. Auch über 50 Jahre später hat dieser Aufruf nichts an Aktualität eingebüßt.

Im Gegenteil: Selten war es notwendiger als heute, erwünschte gesellschaftliche Veränderungen nicht nur durch politische Reformen, sondern durch bürgerschaftliches Engagement einzuleiten. Politik und Gesellschaft sind gemeinsam in der Pflicht, wenn Wandel gefordert ist.

Weniger Quote, mehr Vorbilder

Allein die Geschichte der Emanzipation zeigt, wie wichtig Vordenkerinnen aus der Mitte der Gesellschaft – abseits hoher Politik – für tiefgreifende Veränderungen sind. Ihr Weg hat sie zu Vorbildern gemacht. Bildung und eine berufliche Qualifikation sind heute für deutsche Frauen nicht nur fast selbstverständlich, für einen selbstbestimmten Karriereweg sind sie ein unverzichtbares Muss. Da wundert es fast, dass in traditionell männlich besetzten Domänen, wie etwa in technischen Berufen, tatsächlich noch immer ein eklatanter Frauenmangel herrscht.

Mit einem nationalen Pakt unter dem Motto „Komm, mach MINT!“ will die Regierung nun, gemeinsam mit mehr als 100 Partnern aus Wirtschaft Wissenschaft und Politik, das Engagement aller Beteiligter stärken und bündeln. Die Maßnahmen sollen den Mädchen Entscheidungshilfen für den Studieneinstieg geben, frühzeitige Kontakte mit Vorbildfrauen ermöglichen und mehr Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit für ein technisches Studium bewirken.

„Weibliche Vorbilder sind sehr wichtig für Mädchen und junge Frauen“, betont Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). „Dazu gehören auch die Professorinnen in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen, die wir mit unserem Professorinnenprogramm fördern. Denn sie vermitteln glaubwürdig, dass berufliche Karrieren bis in die Spitzenpositionen von MINT-Berufen möglich und auch mit einer Familiengründung vereinbar sind.“

Weibliche Role Models gesucht

Um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen mittel- und langfristig zu sichern, brauchen wir verstärkt leistungsfähige und gut qualifizierte Frauen. Das fängt bei der Vorschulbildung an und zieht sich bis ins Studium. Mädchen und junge Frauen lernen die Faszination für Technik und Naturwissenschaften am besten durch Vorbilder kennen.

Wichtige Role Models finden sich nicht selten in der eigenen Familie. Auch Lehrerinnen, Dozentinnen und Vorgesetzte begleiten den Werdegang weiblicher Nachwuchskräfte und zeigen am eigenen Beispiel, wie eine Karriere in technischen Berufen aussehen kann. Unter den geförderten Maßnahmen der Bundesregierung gehört das Projekt von „MINT Zukunft schaffen“.

Die „Technik braucht Vielfalt – Technik braucht Dich!“ soll Studienorientierung für Schülerinnen in MINT verschaffen – insbesondere aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte: Die Bevölkerung in Deutschland wird immer bunter – die Gruppe der Schülerinnen mit Abitur auch.

Mit dem Projekt „Technik braucht Vielfalt“ wollen Femtec.GmbH und der Berliner Bildungsträger LIFE e.V. zusammen mit Universitäten und Hochschulen neue Wege für junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in die sogenannten MINT-Fächer erschließen.

Vorbild Unternehmen

„Der gesellschaftliche Wandel vollzieht sich nicht im Reagenzglas. Weibliche Vorbilder wachsen heran, weil es Unternehmen gibt, die ihnen zum Beispiel keine Entweder-Oder-Entscheidung zwischen Beruf und Kind abverlangen“, sagt Professor Dr. Udo Ungeheuer, Botschafter des Projekts „Erfolgsfaktor Familie“.

Er kennt die Währung des personalpolitischen Erfolgs und erklärt dessen gesellschaftliche Relevanz: Doch gerade in vorrangig männerdominierten Branchen hat sich dieses Denkmodell noch nicht durchgesetzt. Der Mangel an qualifizierten Frauen in technischen Berufen ist folglich nicht nur ein ausbildungsbezogenes Problem, er besitzt zudem eine gesellschaftspolitische Dimension.

Ungeheuers Postulat: Deutschland braucht eine nachhaltige Familienpolitik, zu der auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört. Gesellschaftlicher Wandel ist also ein Erfolgsprodukt aus politischer, unternehmerischer und gesellschaftlicher Anstrengung.

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