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Die letzte Meile mit dem Fahrrad bewältigen – gut für Gesundheit und Umwelt

Foto: Kzenon via Shutterstock

Die meisten Arbeitgeber machen sich nicht viele Gedanken darüber, wie ihre Angestellten den Weg zur Arbeit bewältigen. Dabei können sie die Gesundheit Ihrer Angestellten fördern und gleichzeitig Steuern sparen, wenn sie das Fahrrad fahren fördern. Bike Leasing ist die moderne Variante unkomplizierter, urbaner Mobilität und kann an vielen Standorten den Firmenwagen ersetzen. Erwiesenermaßen sind Fahrradfahrer auf Strecken unter 5 km deutlich schneller am Ziel als ihre Kollegen im Auto. Die Kosten für das Leasing lassen sich absetzen – sowohl von Unternehmen, die ihre Angestellten mit einem Rad ausstatten lassen, als auch von UnternehmerInnen selbst.

Wer als Unternehmer die zweirädrige Mobilität seiner Mitarbeiter fördern möchte, sollte sichere Abstellplätze für die Räder und Waschgelegenheiten oder Duschen für seine Angestellten anbieten.

Frauen durften zunächst kein Fahrrad fahren

Gerade für Arbeitnehmerinnen und Gründerinnen kann das Zweirad eine enorme Bereicherung sein. Dass Frauen Fahrrad fahren dürfen, ist nicht von Anfang an eine Selbstverständlichkeit gewesen. Zunächst war es Frauen untersagt, die neu erfundenen Zweiräder zu benutzen. Man(n) befürchtete, sie könnten harten Sattel für die Masturbation nutzen und vielleicht sogar unfruchtbar werden. Die typische weibliche Kleidung war zum Rad fahren eindeutig ungeeignet. Zudem waren die Fahrräder anfänglich sehr teuer, sodass Frauen sie sich nicht leisten konnten.

Es war ein Akt der Emanzipation, dass Frauen sich den Drahtesel zueigen gemacht haben, was auch durch die Massenproduktion der Räder und eine neu aufkommende Mode möglich wurde. Auch heute ist die eigene Mobilität ein wichtiger Faktor der persönlichen Unabhängigkeit. Die körperlichen Auswirkungen des regelmäßigen Fahrradfahrens sind ebenfalls beachtenswert.

So wirkt sich das Fahrrad auf die Gesundheit und die Umwelt aus

  • Wer sein Auto gegen das Fahrrad tauscht, nimmt im Schnitt 5,8 kg ab.
  • Die WHO bestätigt, dass eine tägliche Fahrradtour von 4,5 Kilometern das Risiko eines Herzinfarktes um bis zu 50% senkt.
  • Radfahren belebt, macht frisch und hellt die Stimmung auf. Die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kann somit gegen den Verstimmungen helfen.
  • Wer mit dem Rad zur Arbeit kommt, ist seltener krank. Im Durchschnitt ist das ein Tag pro Jahr.
  • Mit dem Alter werden die Muskeln des menschlichen Körpers immer schneller in Fett umgewandelt. Ab dem 30. Geburtstag wird jährlich etwa ein halbes Kilo Muskelmasse zu Fett, wenn die Muskeln nicht regelmäßig beansprucht werden. Nur körperliche Aktivität kann hier entgegenwirken.
  • Bereits heute werden jedes Jahr 900 Millionen Liter Treibstoff eingespart, weil Menschen das Fahrrad anstelle des Autos verwenden. Diese Zahl ließe sich laut des Fahrradclubs ADFC noch verdoppeln.


Mehr Fahrradpendler – wie ließe sich das realisieren?

Aktuell gibt es etwa 4 Millionen Fahrradpendler. Nur jeder zehnte Deutsche nutzt das Rad für seinen Arbeitsweg. Dabei sprechen viele Gründe für einen Umstieg. Einerseits die positiven gesundheitlichen Auswirkungen, andererseits der Schutz des Klimas und der Umwelt. Gerade die Straßen in den Städten sind im Berufsverkehr häufig verstopft. Das kostet Zeit und Nerven. Ein Fahrradfahrer ist hier deutlich schneller, zudem kann er Schleich- und Seitenwege benutzen.

Auch Personen mit einem längeren Arbeitsweg müssen auf die Vorteile des Radfahrens nicht verzichten. In der Verbindung aus Fahrrad und Öffentlichem Personennahverkehr liegt die Zukunft.

Wer sein Rad am Bahnhof sicher abstellen und es im Zug oder im Bus einfach und kostenlos mitnehmen kann, kann in vielen Fällen auf das Auto verzichten. Auch Leihstationen für Fahrräder unterstützen das Vorhaben, die letzte Meile bis zum Arbeitsplatz auf zwei Rädern zu schaffen.

Radfahrer müssen sich sicher fühlen können

Der Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in den Städten lässt zu wünschen übrig, bemängelt der ADFC. Es fehle der Platz und auch das Geld, um sichere und vielleicht sogar Premium-Radwege ausbauen zu können. Auch das Fahrsicherheitstraining für Autofahrer kann deren Sensibilität für die schwächeren Verkehrsteilnehmer stärken.

Für eine gefühlte Unsicherheit beim Radfahren sorgen gerade der dichte Verkehr (bei einer repräsentativen Befragung von 71 Prozent bejaht), zu wenig separate Radwege (70 Prozent) und rücksichtslose AutofahrerInnen (65 Prozent).

Die Politik ist gefragt, hier entsprechend zu regulieren.

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