Home » KMU » Vertrauensvolle Führung
KMU

Vertrauensvolle Führung

Foto: Jirsak via Shutterstock

Vertrauen ist eine Entscheidung. Fällt diese Entscheidung bewusst zugunsten dieses so immens wichtigen Wertes in der Wirtschaft aus, wird Führung leichter gelingen. Wenn man sich (selbst) vertraut, wenn man dem anderen etwas zutraut, dann wächst aus diesem Vertrauen schnell ein erfolgreiches Miteinander. Es liegt also immer an den Menschen, die sich in der Führung begegnen, ob der Wert Vertrauen gelebt wird oder nicht – und welche Konsequenzen dies für den Alltag in den Unternehmen hat.

Antje Heimsoeth

Vortragsrednerin, Mentalcoach und 10-fache Buchautorin

Ein zentraler Punkt für eine vertrauensvolle Führung ist die Kommunikation. Sprechen wir offen, respektvoll und wertschätzend miteinander, finden sich meist eine gemeinsame Basis und ein Konsens. Statt Floskeln wie „Wir müssen jetzt mal eine Extrameile gehen“ werden Entscheidungen begründet. So werden sie für den Einzelnen nachvollziehbar. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Thema Zuhören – oder besser noch Hinhören, weil das auch die innere Haltung deutlich macht: HIN zum Menschen, statt das Ohr zuzumachen. Jeder Mensch möchte gesehen werden. Genau darum geht es in der Führung: sich Zeit zu nehmen für jeden Einzelnen, ihn auch einmal nach seiner Meinung zu fragen und bei der Entscheidungsfindung – soweit möglich – auf seine Wünsche einzugehen. Das fördert Motivation und Vertrauen.

Wie viel Dispo hat Ihr Vertrauenskonto?

Führung ist nichts anderes als ständige gegenseitige Beeinflussung. Und diese Beeinflussung findet Niederschlag in der „sozialen Buchführung“. Nehmen wir an, Vertrauen ließe sich auf einem Konto verbuchen. Wann und durch was zahlen wir auf das Vertrauenskonto ein? Wann und womit heben wir etwas davon ab? Einzahlungen schaffen Vertrauen, Abhebungen erzeugen Misstrauen. Führungskräfte können das Konto für sich persönlich führen oder für das Verhältnis zu einem Mitarbeiter, für das Vertrauen des Teams in die Führungskraft oder in ein Projekt. Egal um welches Verhältnis es geht, das Bild des Kontos hilft, sich bewusst zu machen, wie viel Arbeit und wie viel Verlustrisiko im Vertrauensverhältnis steckt.

Vertrauen ist eine Entscheidung

Manchmal kann man als Führungskraft noch so vertrauensvoll agieren und sich dem Vertrauen würdig erweisen. Entscheidet sich ein Mitarbeiter, dieser Führungskraft nicht zu vertrauen, dann ist jedes Bemühen darum fast vergebens. Vertrauen wird geprägt von Erfahrung. Hat jemand in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht – das kann auch privat als Vorstand des Sportvereins oder in einer Beziehung geschehen sein –, dann wird sich das in der Führungssituation auswirken. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen ihre Werte nicht nur auf schönes Papier drucken oder online mit tollen Bildern in Szene setzen, sondern dass diese Werte miteinander aufgestellt und regelmäßig geprüft werden. Dabei geht es immer wieder darum, sich daran zu erinnern, was man sich gemeinsam vorgenommen hat. So entsteht Vertrauen!

Drei Tipps helfen Führungskräften dabei, die Ressource Vertrauen auf- und auszubauen:

  1. Aufgrund ihrer Position sind Führungskräfte immer Vorbild. Indem sie den ersten Schritt zum Aufbau einer Beziehung machen, geben sie einen Vertrauensvorschuss.
  2. Führungskräfte sollten die Chancen nutzen, sich auch informell mit Mitarbeitern auszutauschen. Spontan in der Kaffeepause mit einem Kaffee in der Hand spricht es sich über manche Dinge leichter.
  3. Unterläuft der Führungskraft ein Fehler und sie steht dazu, wird die Vertrauenswürdigkeit nicht infrage gestellt. Als fair empfunden werden Aufrichtigkeit, Einhalten von Zusagen und gerechte Beurteilungen anderer.

Tipp der Redaktion:

Vertrauen entscheidet

Die vergessene Basis der Führung
1. Auflage 2019, Haufe, 248 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-648-12890-9, € 24,95 (D)
von Antje Heimsoeth


* Die zehnfache Buchautorin Antje Heimsoeth gehört als erfolgreiche Keynote-Speakerin und Expertin für mentale Stärke, Motivation, Self-Leadership, Vertrauen und Spitzenleistungen zu den bekanntesten und einflussreichsten Mentalcoaches von Spitzensportlern, Führungspersönlichkeiten, Vorständen, Spitzenmanagern, Unternehmern und Rednern. Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“, mit dem Award „Erfolgreiche Unternehmerin 2016“, 2019 als „TOP 10 Trainer & Influencer“ und 2017 als „TOP 100 Erfolgstrainer“ (durch das Magazin ERFOLG) ausgezeichnet. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS). Was ihr besonders am Herzen liegt: Respekt, Vertrauen, Wertschätzung, warme Menschlichkeit. (AD/ Anzeige)

Nächster Artikel