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Zentrale Bindungsfaktoren der unterschiedlichen Generationen

Foto: Andrii Yalanskyi via Shutterstock

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde, zahlreiche Unternehmen und Institutionen in Deutschland klagen bereits seit Jahren über Probleme bei der Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs.

Silke Eilers

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Institut für Beschäftigung und Employability IBE in Ludwigshafen

Prof. Dr. Jutta Rump

Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE in Ludwisghafen

Angesichts dieser Entwicklungen sollte ein Aspekt auf der Agenda zukunftsorientierter Arbeitgeber ganz oben stehen: die Bindung der Mitarbeitenden, die sie bereits im Unternehmen oder in der Institution haben. Dabei ist zu beachten: So heterogen und individuell orientiert, wie es unsere Gesellschaft zunehmend ist, sind auch die Belegschaften. Eine Lösung, die für alle Mitarbeitenden gleichermaßen attraktiv ist, lässt sich kaum finden. Allerdings gibt es durchaus bestimmte Tendenzen, an denen man sich orientieren kann. Dabei zeigen sich auch gewisse Unterschiede in den Präferenzen der Altersgruppen.

Der HR-Report des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) in Kooperation mit der Hays AG hinterfragt regelmäßig einmal pro Jahr die entscheidenden Aspekte, die zur Mitarbeiterbindung in Unternehmen und Institutionen beitragen. Dabei wird deutlich, dass es bestimmte „Dauerbrenner“ gibt, die sich über den Zeitverlauf hinweg als stabile Garanten erweisen, jedoch auch stets neue Maßnahmen und Instrumente an Bedeutung gewinnen. Wiederholt die „Top 3“ der Instrumente, die die Befragten zur Mitarbeiterbindung als wichtig oder sehr wichtig erachten, sind ein gutes Betriebsklima, eine marktgerechte Entlohnung und flexible Arbeitszeitmodelle. Die folgende Abbildung zeigt die altersbezogenen Präferenzen im HR-Report 2019 auf.


Abb. 1: Instrumente, die die Befragten als besonders geeignet zur Mitarbeiterbindung erachten (altersbezogene Differenzierung, n = 868, vgl. Rump et al. 2019)

Es gilt festzuhalten, dass Studien wie der HR-Report zwar eine erste Orientierung bieten können, mit welchen Maßnahmen und Instrumenten sich Mitarbeitende an ein Unternehmen oder eine Institution binden lassen. Letztlich bleibt es jedoch der individuellen Einschätzung jedes einzelnen Arbeitgebers überlassen, inwieweit sich seine Belegschaft und in ihr wiederum die unterschiedlichen Gruppen von ihm ansprechen lassen. Eine Mitarbeiterbefragung kann helfen, die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu ergründen. Dadurch lässt sich auch in Erfahrung bringen, welche Maßnahmen und Instrumente, die bislang noch nicht oder nicht in ausreichendem Maße umgesetzt sind, weiter ausgebaut werden sollten, welche bereits sehr positiv wahr- und angenommen werden und welche gegebenenfalls nicht mehr benötigt werden, da sie für die aktuelle Belegschaft keinen Attraktivitätsfaktor mehr darstellen.

Literatur
Rump, J. / Schabel, F. / Eilers, S. / Möckel, K. (2019): HR-Report 2019. Schwerpunkt Beschäftigungseffekte der Digitalisierung. Mannheim/Ludwigshafen. Alle HR-Reports kostenlos zum Download verfügbar unter www.ibe-ludwigshafen.de/publikationen oder www.hays.de/studien.

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